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Specieller Theil: Aromatische Reihe: Aldehyde, Ketone, Chinone... / von Dr. F. Beilstein
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27. 6. 88]

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AROMAT. REIHE. A. ALDEHYDE C n H 2n _ 8 0 3 .

mit Eisenchlorid eine dunkelbraune Färbung. Wird beim Kochen mit Natronlauge inNaphtolaldehyd und Essigsäure gespalten.

III. Aldehyde mit drei Atomen Sauerstoff.

A. Aldehyde c n H 2M o 3 .

Gleichwie die Aldehyde CnEL^^Oj, aus den Phenolen C n H 2n _ 6 0 dargestellt werdenkönnen, so gelingt auch die Darstellung der Aldehyde C n H 2u _ 8 0 3 durch Einführung desAldehydrestes CHO in die zweiatomigen Phenole C n H 2n _ 6 0 2 . Man behandelt zu diesemZweck die Phenole C n H 2n c 0 2 mit einem Gemenge von Chloroform und Natronlauge:

C 6 H 4 (OH) 2 + CHC1 S -f 3NaOH = C s H 3 (OH) 2 .CHO + 3NaCl + 2H 2 0.

Auch hier erfolgt der Eintritt des Aldehydrestes CHO an der o - oder p - Stelle im Ver-hältniss zu einer der Hydroxylgruppen. Der Wasserstoff der Hydroxylgruppen kann durchAlkohol- und Säureradikale ersetzt werden. Die alkylirten Aldehyde zeigen eine gröfsereBeständigkeit im freien Zustande als die Stammsubstanzen. Sie entstehen bei der Oxy-dation von alkylirten Oxyphenolen oder Dioxysäuren mit langer Seitenkeite, wobeiähnlich wie bei der Bildung von Bittermandelöl aus Zimmtsäure die Seitenkette bis zurAldehydgruppe verbrennt.

CH 3 O.C 6 H 3 (OH).C s H 5 -f 0 3 = CH s 0.C 6 H 3 (0H).CH0 + C 2 H 4 0 2CH 2 <^>C 6 H s .C 4 H 4 .C0 2 H + 0 8 = CH 2 <^>C fi H 3 . CHO + 2C0 2 + C 2 H 2 0 4 + H 2 0.

Die Aldehyde C n H 2D _ 8 0 3 können durch Oxydation in die zugehörenden Säurenübergeführt werden; sie reduciren die Lösungen edler Metalle, verbinden sich mit Alkali-disulfiten (aufser dem Orcylaldehyd C 8 H 8 O s ), geben mit Eisenchlorid meist Farben-reaktionen u. s. w. Die Elimination der in die Hydroxylgruppen eingeführten Alkohol- undSäureradikale erfolgt wie bei den analogen Derivaten der Aldehyde C n H 2n _ 8 0 2 .

I. Aldehyde C 7 H 6 0 3 = (OH) 2 .C 6 H 3 .CHO.

1. (a-)o-Dioxybenzaldehyd (Protokatechualdehyd) (CHO : OH: OH = 1: 3 : 4).Bildung. Beim Erhitzen von Dichlorpiperonal (aus Piperonal und PC1 5 ) mit Wasserauf 100° (Fittig, Remsen, ä. 159, 148], C 8 H 4 C1,0, + 2H a O= C 7 H 6 0, -f C0 2 + 2HCl.Beim Erhitzen von Piperonal mit sehr verdünnter Salzsäure auf 200° (Fittig, Remsen, A.168, 97). CH 2 ,0 2 .C 6 H 3 .CHO = (OH) 2 .C e H 3 .CHO-)-C. Beim Erhitzen von Opiansäure(CH s 0) 2 .C 8 H 2 (CH0).C0 2 H mit verdünnter HCl auf 170° (Wegscheider , M. 3, 792).Aus Vanillin und verdünnter Salzsäure bei 200° (Tiemann, Haarmann, B. 7, 620). BeimBehandeln von (1 Thl.) Brenzkatechin mit (10 Thln.) Chloroform und (60 Thln. 16pro-centiger) Natronlauge (Tiemann, Reimer, B. 9, 1269; Tiemann, Koppe, B. 14, 2015).Entsteht, neben anderen Körpern, beim Schmelzen von Leucotin mit Aetzkali (Jobst,Hesse, A. 199, 44). Flache Krystalle (aus Wasser). Schmelzp.: 150° (F., R.). Sehrleicht löslich in Wasser, Alkohol und Aether, ziemlich schwer in heifsem Toluol, fastgar nicht in kaltem. Die wässerige Lösung färbt sich mit Eisenchlorid grün; auf Zusatzvon Soda geht die Färbung in Violett und dann in Roth über. Reducirt ammoniaka-lische Silberlösung mit Spiegelbildung. Geht, beim Schmelzen mit Kali, in Protokatechu-säure über.

Methyläther C s H 8 0 3 = CH,O.C G H 3 (OH).CHO. a. m-Methyläther (Vanillin)(CHO : OCH 3 : OH = 1 : 3 : 4). Vork ommen. Bildet den krystallinischen Ueberzugder Vanille (der Früchte von Vanilla planifolia) (Gobley, J. 1858, 534; Stokkebye,

J. 1864, 612). In dem Siam-Benzoeharz (Jannasch, Rump, B. 11, 1635). Findetsich in sehr kleiner Menge in manchen Rübenrohzuckern (Scheibler, B. 13, 335;Lippmann, B. 13, 662). Findet sich, in kleiner Menge, sehr allgemein verbreitet,in der Holzsubstanz der Pflanzen (Singer, M. 3, 409). Bildung. Bei derOxydation von Coniferin oder Coniferylalkohol mit Chromsäuregemisch (Tiemann,Haarmann, B. 7, 613). Beim Glühen von vanillinsaurem Calcium mit Calciumformiat(Tiemann, B. 8, 1124). Beim Behandeln von Vanillinsäure mit CHC1 3 und Kalilauge(Mendelsohn, Tiemann, B. 9, 1280). Beim Behandeln von Guajakol OH.C 6 H 4 .OCH 3mit Chloroform und Natronlauge (Reimer, B. 9, 424), neben m-Methoxylsalicyl-aldehyd CH 3 O.C 6 H 3 (OH).CHO (Tiemann, Koppe, B. 14, 2023). Bei der Oxydationvon Eugenol mit alkalischer Chamäleonlösung (Erlenmeyer, B. 9, 273). Acetvanillin