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Ueber die Einführung allgemeiner Masse, Gewichte und Münzen : mit Angabe der wichtigsten in dieser Beziehung gemachten Vorschläge und ihrer Beurtheilung; nebst einer gedrängten Uebersicht der unternommenen Breitegradmessungen / von Dr. Karl J. Kreutzer
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Ueber die zehnteilige Gliederung sagt er, dass sie dievorzüglichste sei: Quae proportio inter geometricas prae-stantissima est, et maximam calculo geographico facilitatem,cum brevitate, procul dubio est allatura. Auch schuf erfür sein neues Sistem neue Namen, sein grösstes Maß,nämlich die Minute oder der 60. Theil des Erdgrades hiessMilliare, dieses theilte er in zehn Theile und einen solchenTheil wieder in zehn Theile u. s. f. und nannte dieseTheile auf einander folgend Centuria, Decuria, Yirga, Vir-gula, Decima, Centesima, Millesima. Ein Grad des Erd-meridians hielt nach ihm 600000 solche virgulas geometri-cas, die er als gebräuchliche Einheit vorschlug. Um dieses,Maß desto sicherer auf die Nachwelt zu bringen, bemerkteer, dass ein Pendel von der Länge einer solchen virgula3959 s / 5 Schwingungen in einer halben Stunde mache. Dajedoch zu seinen Zeiten noch keine genaue Gradmessungbestand, und die Angaben des Jesuiten Joh. Bapt. Eic-cioli, deren er sich bediente, für jeden Grad um einZehntheil zu gross waren, so können seine Zahlen aufDichtigkeit keinen Anspruch machen. Nichts desto weni-ger bleibt ihm doch die Ehre, der Erste gewesen zu sein,der ein derartiges Maßsistem eingeführt hat.

C as sini schlug einen geometrischen Euss vor, welcherder sechsmillionste Theil der Minute des grössten Kreises foder vielmehr eine Elle von zweien solcher Eusse, welchedem zehnmillionsten Theile des Halbmessers der Erdegleich wäre, oder endlich eine Toise von sechs dieser Fusse,so dass ein Grad gleich 60000 Toisen gewesen wäre).

Von dem Vorschläge Pauctons, den vierhunderttau-sendsten Theil des Meridiangrades als Einheit zu wählen,wurde schon S. 21 gesprochen.

') De la grandeur et de la figure de la terre. pag. 158 et 159.

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