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unter dem Aequator nicht besser erwiesen, als die Gleich-heit und Regelmässigkeit der Meridiane; und dann gehörtjeder Bewohner der Erde einem der Meridiane an, wäh-rend nur wenige sich unterm Aequator befinden.
Sie schlug vor, einen hinlänglich langen Bogen, weheher von Dünkirchen bis Montjouy bei Barcellona geht, zumessen, der 9 2 / s Grade umfasst, hieraus die Länge desQuadranten zu bestimmen und den zehnmillionsten Theildavon als Einheit anzunehmen. Es müsse dann aber so-wohl beim Kreise als auch bei dem Normalmaße und dendavon abgeleiteten Maßen, die Decimal-Abtheilung eingeführt,jede willkührliche dagegen verworfen werden l ). Auf die soerhaltene Normallänge lasse sich dann leicht eine Basisder Hohlmaße und Gewichte gründen , letztere wenn mandazu ein gewisses Volumen destillirten Wassers bei einer be-stimmten Temperatur, entweder des Aufthaupunktes oderder grössten Dichtigkeit, ihm luftleeren Raume gewogen,nehmen wolle. Der angegebene Bogen habe ausser seinergrossen Ausdehnung den Yortheil, dass seine beiden äusser-sten Punkte in der Meeresebene liegen, und er den mitt-lern Parallelkreis durchschneidet 2 ). Man solle dann zu-gleich unter dem 45° n. B. die Schwingungen zählen,welche ein Pendel von der Länge des zehnmillionstenTlieiles des Quadranten in der Meeresebene bei 0°C. undim luftleeren Raume an einem Tage mache, um dieseLänge durch Beobachtungen sofort wieder auffinden zukönnen; auch sei es nicht nöthig diese, um die Versuchejetzt schon anzustellen, kennen zu müssen, da sie aus den
') Die Decimal-Eintheilung für alle Maße, Gewichte und Münzenwurde bereits in dem von Borda, Lagrange, Lavoisier,Tillet und Condorcet der Akademie am 27. October 1790 er-statteten Berichte vorgeschlagen. Hist, de l’Acad. pour 1788. Paris1791. pg. 1.
2 ) Es befinden sich beiläufig 6 Grade nördlich und 3Gradesüdlich vom 45. Grade der Breite.