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Ueber die Einführung allgemeiner Masse, Gewichte und Münzen : mit Angabe der wichtigsten in dieser Beziehung gemachten Vorschläge und ihrer Beurtheilung; nebst einer gedrängten Uebersicht der unternommenen Breitegradmessungen / von Dr. Karl J. Kreutzer
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Es wurden zwei Grundlinien gemessen, die eine zwischenMelun und Lieursaint, die andere zwischen Yernet undSalces bei Perpignan; es geschah diese Arbeit mit dergrössten Aufmerksamkeit und mit Berücksichtigung allerdabei nöthigen Bedingungen. Die Basis von Melun hatteauf die Meeresebene und eine Temperatur von I 6 V 4 0 C.reducirt 6075'90007 Toisen, die von Perpignan 6006’2478Toisen, zum Messen der ersteren brauchte man 45, beilezterer 51 Tage. Die Breite von Dünkirchen wurde mit51°2'10 , 5“, die von Montjouy mit 41°21 ; 44'8" bestimmt,wornach der gemessene Meridianbogen 9°40'25-7" umfasst 1 ).

Im Jahre 1792 hatte der National - Convent in Parisbeschlossen, alle bestehenden Maße, sie mochten Raum,Zeit, Gewicht oder Geldwerth betreffen, abzusehaffen, unddafür neue einzuführen. Es wurde bestimmt, dass mitdem 22 . September 1792 eine neue Zeitrechnung beginnenund die Jahre von dieser Epoche an gezählt werdensollten. Das Jahr sollte nach dem Vorschläge von Romme(Professor der Schifffahrtskunde zu Rochefort) zwar zwölfMonate behalten, doch wurden denselben neue Namen undallen die gleiche Länge von 30 Tagen gegeben; die übrigbleibenden 5 oder 6 Tage bildeten als Ergänzungstage denSchluß des Jahres und gehörten keinem Monate an. DerTag wurde in 10 Stunden, die Stunde in 100 Minutenu. s. w. eingetheilt. Der Kreis verlor seine 360 Grad, in-dem der Quadrant 100 Grade, der Grad 100 Minutenu. s. w. erhielt 2 ). Das bisherige Längenmaß, der Pariser

') Bericht an das National-Institut vom 29. Prairial an VII. pg. 26.

2 ) Bereits im Jahre 1783 wandte sich Lagrange, als er nochin Berlin war, an das Board of longitude in London, dass beimKreise und überall Abtheilungen nach 10 eingeführt werden mögen,und zugleich von dort die Mittel geliefert würden, um alle mathe-matischen und astronomischen Tafeln Umdrucken zu können. ZachAllg. geogr. Ephemerid. 1799 Bd. 3, S. 50. — Gellibrand (1597—1636) war der erste, welcher den Grad in 100 Theile theilte. DieTheilung des rechten Winkels in 90° behielt er noch bei.