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mission temporaire des poids et mesures niedergesetzt umdie instructiven Vorschriften über die Einführung der
Zeit zu Zeit die Polhöhe beobachteten, bis sie beiderseits zwischen ihrerBreite uud der dos Ausgangspunktes einen Unterschied von einem Gradfanden. Sie erhielten dadurch die Liingo von zwei Graden, freilichauf eine sehr ungenügende Weise. [Abulphavagii Gr. Historia eom-pendiosa dynastarum. Oxon. 1663. pg. 164. Alfragani Mob. (Alfer-gani) Elementa astronomiae, Amst. 1668. c. 8 et Golii notae pg. 72,73. — Die eine Abtheilung fand den Grad zu 56, die andere zu56 ‘‘/ 3 Meilen, letzteres wurde als richtig angenommen, eine Meile zu4000 Ellen. Nach Golius bediente man sich der schwarzen Elle,welche 27 Zoll hatte, der Zoll gleich 6 aneinander gelegten Gersten-körnern. Thevenot hat durch wiederholte Versuche gefunden,dass 144 so gelegte Gerstenkörner genau 1'/ 2 paris. Fuss ausmachen(Voyage en Asie Paris 1663. 4°) ; hiernach gleichen 4 schwarzeEllen 1 Toise und 9 Zoll, uud demnach wäre ein Grad = 63750Toisen. Würde man die gewöhnliche oder königliche Elle zu24 Zoll annehmen , so wäre der Grad = 56666 Toisen. AbuHassan Ali Almassoudi nimmt den Zoll gleich 5 Gersten-körner an, wornach sich 53123 Toisen ergeben. Snellius (Era-tosth. Batav. p. 110) fand, dass 89 Gerstenkörner auf einen rhein-ländischen Fuss gehen, und sonach 1 Grad = 59057 Tois. wäre].
Der Arzt und Mathematiker Jean Fernei, geboren 1485 zuClermont in der Diöcese von Amiens, war der Erste, welcher dieGrösse der Erde gründlicher bestimmte. Er begab sich 1625 vonParis gegen Amiens nach Norden, so weit, bis die Polhöhe sich umeinen Grad vermehrt zeigte, dabei blieb er aber ziemlich in dem-selben Meridiane, was bei den frühem Messungen nicht stattfand.Behufs der Messung des Weges zählte er die Umdrehungen desRades an seinem Wagen. (Allgem. geogr. Ephemeriden. Bd. I.1798. S. 626.) In seinem Buche: Joannis Fernelii Ambianatis cos-motheoria libros duos eomplexa Parisiis 1528, 46 Blätter in Folio,beklagt er sich auf der ersten Seite des zweiten Blattes über diegrosse Meinungsverschiedenheit der Gelehrten in Bezug auf diesenGegenstand, weshalb er selbst eine solche Messung unternommenhabe. Er fand den Grad gleich 68095 '/, Schritte, jeden zu 5 Fuss,wahrscheinlich pariser Fuss, woraus sich 56.746 Toisen ergeben.Berücksichtiget man hierbei, dass die pariser Toise im Jahre 1668um 5 Linien verkürzt wurde, so erhält man hiernach 57070 Toisen;also nur eine geringe Abweichung der wirklichen Grösse; eine Ge-nauigkeit, die man freilich nur dem Zufalle zuschreiben muss. (LaLande in M4m. de l’acad. 1787 pag. 216).
Der niederländische Geometer Willebrord Snellius maß 1615einen Bogen von 1°11'30" zwischen Alkinaar und Bergen-op-Zoommittelst Triangulirung, wie vor ihm Niemand, und fand hierausdie Länge eines Grades = 28473, so wie = 28510 rheinländ. Ru-then, daher er 28500 annabm, was 55074 Toisen macht. (Erato-