Buch 
Ueber die Einführung allgemeiner Masse, Gewichte und Münzen : mit Angabe der wichtigsten in dieser Beziehung gemachten Vorschläge und ihrer Beurtheilung; nebst einer gedrängten Uebersicht der unternommenen Breitegradmessungen / von Dr. Karl J. Kreutzer
Entstehung
Seite
57
JPEG-Download
 

57

9216 Grains. Die dabei benützten Wagen waren so empfind-lich , dass eine derselben bei einer Belastung einer jedenSchale mit etwas mehr als zwei Pfund Markgewichtes, nochden öOsten Theil eines Granes angab. Das Ergebniss derVersuche war, dass das Gewicht eines Kubikdecimeters de-stillirten Wassers bei seiner grössten Dichte und im luft-leeren llaume gewogen 18827-15 Grains oder 2 Pfd. 5 Gros,3515 Grains Markgewichtes betrug, welcher Werth für dasKilogramm festgesetzt wurde. — Die Commission zur Un-tersuchung dieser Arbeiten bestand aus Tralles, Vasalli,Coulomb, Mascheroni und van Swindcn. Am 11. Prai-rial (30. Mai) stattete Tralles den Bericht über die Ge-wichtseinheit ab 1 ). Am 4. Messidor (22. Juni) legte dasInstitut dem gesetzgebenden Körper die Grundmaße (ötalonsprototypes) des Meters und Kilogrammes in Platin vor, diein Eolge des 2. Artikels des Gesetzes vom 18. Germinalan III (7. April 17 95) im Archive der Kepublik niedergelegtwurden. 2 ) Ein ganz gleiches Meter von Platina und ein

') Base du System, metr. 111. p. 558.

2 ) Base du System, metr. III. p. 581, 693. — Von dem im Ar-chive aufbewalirten Meter und Kilogramme liefert C. A. Steinheil,als er im Jahre 1837 dieselben in Paris copirte, folgende Beschrei-bung: Das Platina-Meter der Archive zu Paris ist ein parallelepipe-discher Körper, dessen Länge in der grössten Achse bei 0° als dasMeter erklärt wurde. Dieser Platinstab hat circa 25 Millimeter Breiteund gegen 4 Millimeter Dicke. Bei der grossen specifiselien Schweredes Platina, verbunden mit der Weiche des Metalles, biegt sich der-selbe sehr leicht und muss daher an vielen Punkten unterstütztwerden, um in einer Ebene zu liegen. Die Endflächen des Metersind nicht schön gearbeitet, man erkennt noch Feilstriche darauf.Auch von früheren Vergleichungen her sind viele kleine Vertiefungeneingedrückt au den Stellen, wo die Comparat.oren angelegen haben.(Kopie des Meter der Archive zu Paris, S. 5. Sonderabdruck aus derAbh. d. II. Kl, der Akad. d. Wiss. zu München. Bd. IV. Abth. 1.)Das Kilogramm der Archive zu Paris wird daselbst aufbewahrt ineinem eisernen Schranke, der mit drei Schlössern verschlossen ist.In diesem Schranke ist ein zweiter ebenfalls dreifach verschlossenereiserner Kasten, in welchem sich das mit Maroquin überzogene undmit rothem Seide-Sammt ausgelegte Futteral befindet, welches end-lich das Platina-Kilogramm umgiebt. Das Futteral dieses Urgewiehtes