Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
32
JPEG-Download
 

k

32

sich enden, Gcnügsamkcit und philosophische Ruhe an die Stelle treten,und einem seine vier Wände so viel sind, als die vier Welttheilc.

I)'»eu 6t Is äoues !1Ius!onkour les Ueursux kous <1u del L§e,kour les visur kous l'amkitionLt I» retruito xour 1o snxs. ^

Cicero und Fontenelle, Buffon nnd Voltaire erklärten das Alterfür die Epoche unserer moralischen Glückseligkeit, und so auch Humennd Gibbon. Das Leben wird wie die Träume gegen Morgen immergeordneter, je näher dem Erwachen — in einer bessern Welt. ObMutter Natur es ist, die den Greis wieder zum Kinde macht? Daich nichts Analoges bei Thieren finde, so glaube ich, das Kindisch-werden ist mehr Folge der Unnatur, allzugroßer Anstrengungen undUnmäsiigkcit im Sinnengenusi. Wir bemerken jenen Zustand anGelehrten weit öfter, als an Geschäftsleuten und alten Mütterchen.Im Alter thun negative Vergnügungen so viel, als vormals positive,nicht krank, nicht verliebt, nicht verstopft, nicht zu Tafeln und Gesell-schasten gezwungen, und nicht in seiner Ruhe gestört sein. Wersechzig bis siebenzig Jahre in nnd mit der Welt lebte, glaubt leichtan eine bessere, wünscht aber dennoch, zumal in einer Epoche wie dieunsere, noch einige Jährchen, wie mein lieber fünfundsiebcnzigjährigcrSchlözer wünschte — par xurs ouriositö.' Ein älterer Schriftstellergibt dem Alter noch drei Vortheile, daß es mehr sehe, weil es Allesdoppelt sehe, daß es mehr rede, weil es viel erfahren habe, und daßes mehr befehle, weil man nicht so geschwind thue, was es verlange.Letzteres ist einmal wahr! Nur im Alter versteht man ganz die Wortemeines lieben Horaz:

Nune veteruw libris, ouoe 80WQ0 et inortibus kor!«

Oueers solUeitao zueunä» oblivlL vitao. ^

Alles nimmt mit dem Alter ab, nur nicht die Thorheit, die nurden Namen ändert, und wer nicht zu Zeiten von ihr angewandelt wird,ist ein halber Engel oder ganzer Esel.

^euns, H'stLIS trop SLAS, I ns VSUL L M0Q L§s

Lr vou!L>s tout savoir, 1 Hus buäillsxe. *

t Gott wollt' der Täuschung heiter^SparrenDer Jugend Thorheit überweisen.

Den Ehrgeiz gab er alten Narren,

Aurückgezogenbeit den Weisen,r AuS bloßer Neugier. — » Siehe Seite 22.

* In der Jugend war ich zu gescheit.

Und wollte wissen, waS sonst niemand weiß;

Doch jetzt ist'S Scherz allein,

WaS mich, den GrelS, erfreut»