Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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drei deutschen Prinzessinnen für ihren Paul. Sie beobachtete solche, wiesie aus dem Reisewagcn stiegen; die älteste glitschte aus, die jüngstesprang über den Tritt hinweg, nur die dritte stieg mit Anstand ab,und so wählte sie diese auf der Stelle zur Großfürstin. Und so be-stimmte sich auch einer meiner Freunde auf der Stelle für eine vonzwei Schwestern, die er über Erbscnlesen antraf; die eine ließ ihrenOdem stürmen über die aus dem Tische ausgebreitete Hülsensrucht,Spreu und Uneinigkeiten flogen davon, manche schöne große Erbseunter den Tisch, verdorbene wurmstichige aber blieben liegen, dieandere aber nahm eine Handvoll um die andere; diese letztere wurdeseine Frau, mit der er manchen Erbsenbrei vergnügt verzehrt hat nebstBlutwürstchcn selbstgemacht.

Pater Cölestin von Banz gab in seiner Physiognomik, nächst denvier Elementen, jedem der vier Temperamente noch seine eigenenMusikinstrumente: dem Sanguiniker Flöte, Geige, Clavicr und Harfe,dem Phlegma Orgel, Fagot und Baß, dem Choleriker Pauke, Trom-pete, Trommel, Cymbale, dem Melancholiker gleichfalls Geige, Po-saune und Trompete, aber mit Dämpfer oder Sourdinchen. Dicke,lange, nicht stark gespannte Saiten geben tiefe; dünne, kurze, starkgespannte Saiten hohe Töne; diese machen in einer gegebenen Zeitmehr Schwingungen als jene, und so verhalten sich auch die Tempe-ramente; Sanguiniker sind wahre Quinten. Ich habe dem altenschwerreichen Holländer zu N., der in einer Gartengesellschaft mäus-chenstille, scheinbar ohne alle Theilnahme meinen Erzählungen vonmeinem Aufenthalt zu N. während der französischen Einquartirungzuhörte, längst verziehen, daß er mich unterbrach, als ich sagte, daßich von meinen sechs Gulden Diäten keinen Kreuzer mit heimgebrachthätte — er nahm seufzend sein Sammtmützchcn ab und sprach: „Ver-zeihen Sie, mein Herr, Sie müssen doch recht liederlich gewesen sein."

Es ist ein elend jämmerlich Ding um einen Phlegmatiker, unddoch bringen es diese kaltblütigen Thiere negative meist weiter, alsalle Springinsfelde. „Hurtig, man wartet auf Sie!" — „So? nun,so brauche ich mich nicht zu übereilen." Wer hat nicht manchmal diesenGleichmnth bei kleinen Plackereien des Lebens beneidet, wenn man beialler Frivolität derselben sein Gleichgewicht verloren fühlte? Da liegensie in ihrer Gemächlichkeit wie große Hunde, die man stundenlangnecken darf, ohne daß sie etwas anderes thun, als knurren; aber frei-lich legen sie sich nicht wieder so leicht nieder, wenn sie einmal aufden Beinen sind. Sie gleichen den Lcmings, die auf ihren Wände-