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katholischen Weligeistlichen gefunden habe, wohnte in einem schön gc-legencn Hause, das dem Bischof gar wohl gefiel. Er fragte nach demErtrag der Pfarre: „2280 fl." Der Bischof staunte: „Wie? 2280 fl. ?"„Ja; die Aussicht hier rechne ich -11000 fl., diese da auch -1 1000 fl.,das Ucbrige bekomme ich in baar Geld." Gibbon schrieb in einem nochungleich reizenderen Lokale zu Lausanne, aber der reiche Britte warlange nicht so munter, als der arme deutsche Pfarrer Heigelin.
Bei uns Land- oder gar Stnbcnmenschcn haben selbst die Tages-zeiten Einfluß; aber welche Erhöhung des Genusses, wenn man solcheauch versucht hat am Meer oder auf dem Meer? Morgens sind wirheiterer als Abends, und alle Krankheiten Pflegen gegen Abend zuzu-nehmen. Die Strahlen des Morgenrothes begeistern zu kühnen Ent-schlüssen, das Abeudroth schmelzt die Gefühle, erweckt Ahnungen —wir schwärmen. Morgens hören und sehen wir schärfer, und nacheiner guten Mahlzeit vergeht Manchem Hören und Sehen. Mit Schwer-hörigen muß man nach Tische stärker reden als vor Tisch, und einBlinder, der durch Tastsinn Farben unterschied, vermochte solches nichtnach der Mahlzeit und bei feuchter Witterung. Unstreitig ist manMorgens zum Denken und ernster Arbeit aufgelegter als Abends;aber der Abend und die Nacht ist dann für Poesie wieder geeigneter,weil die Imagination erhitzter ist. Bei Rcgenwetter, Kälte undSchneegestöber huldigen wir am liebsten den Musen, und daher istder Weidmännische Büchcrkatalog zur Jubilatemesse stärker als der vonder Michaelismesse.
Im schönen Wetter zeigen wir wie die Spinnen den Kopf, imtrüben den Hintern, und wenn Jupiter Plnvius die Fenster des Fir-maments öffnet, und Herr Blasius heult, möchten Manche Gras fressenwie Hühner, oder heulen wie die Affen tropischer Länder. An einemblauen, heitern Tage, dem Feste, das der Himmel seinen Kindern gibt,wollen wir in die ganze Welt, und sitzt die Sonne hinter Wolken,ohne sich umzusehen, was für Wetter ist, so sind wir nicht aus demGroßvaterstuhle zubringen. Wolken, zumal wenn sie so tropfen, daßdie Schweine rein und die Menschen kothig werden, machen unshäuslich, bürgerlich und hungrig, Himmelblan aber durstig und kos-mopolitisch, wie eine schöne Mondnacht empfindsam und verliebt odergar Kopfweh macht. Noch im höhcrn Alter brachte mein durch uner-wartete Ereignisse gestörtes Gemüth ein Abendspazicrgang im Gartenund in der Kastanienallee eines guten Fürsten, wo die Maikäfer eineMusik brummten wie entfernte Trommeln, und das Leuchten der Jo-