Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
206
JPEG-Download
 

206

machen; die Vortheile sind aber so gering, und die Arbeit so mühsam,nnsichcr und ungewiß, daß bei jeder andern Kunst mehr herauskommt.Die Natur hat sich noch nicht erschöpft, und wenn Amerika kein Goldmehr haben wird, so nehmen wir Afrika und Australien vor, vielleichtauch das nördliche Asien, und alte Bergwerke Spaniens. Das trink-bare Gold oder die Goldtinktur ist dem Knallgold gewichen, undHerren und Damen in der Quecksilbcrcour können wenigstens Gold inSilber verwandeln, nur mit einer Silberstimme verträgt sich dieSache nicht. Unsere Aerzte verbannen das Kupfer, das einträglicherist als Gold und Silber, mit Recht aus Küche und Keller, aber dieGroßen verstehen dennoch Gold und Silber aus Kupfer zu machen(selbst aus Papier), und dürfen auch nur allein diese Art Alchymietreibe». Alchymie wurde die Mutter der Chemie, wie der GoldmacherBöttiger Porzellanerfiudcr, und so mag auch dieser Trugkunst verziehenwerden. Die untrüglichste Goldmacherkunst ist Arbeitsamkeit, und diebeste Art, Gold zu graben, die, welche nicht tiefer grübt als die Pflug-schaar geht. Der größte und einzige glückliche Adept, der aus Bleiund Knochen und etwas Wolle Gold und Silber die Fülle zu machenverstand, und trotz seltener Zeiten noch macht, nur sparsamer, ist derPapst.

XVII.

Die Fortsetzung.

Mehr als lächerlich war der griechische Aberglaube, die Ordalienoder Gottesurtheile, die Probe des siedenden Wassers, des Feuers,Kreuzes, geweihten Bissens, Abendmahls, des Zweikampfcs und desschauerlichen Baarrcchts, die zum Theil noch bei den Hindus imGang sind. Das römische Recht stürzte nach und nach diese Ordalien,aber die Tortur trat an die Stelle, und den Juristen war das«Bluten eines Leichnams hinreichend zur Tortur. Selbst Vater Rheinmußte über Bastarde entscheiden; sank der Schild mit dem Kindeunter, so war's mit dem Bastard richtig. Mit den Orakeln verlor