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XXIII.
Der Geist des scholastischen oder gelehrten Zeitalters.
j» So fest als das ganze Mittclaltcr am Rittergeist, am Papst- und
Mönchsgeist und Glauben hing, wovon ich hier sprechen würde, wennes nicht bereits anderwärts geschehen wäre, * so fest hing es auch amaristotelischen gelehrten ZunftdeSpotismus, der so gut als Kirchen-und Staatsdcspotismus die Freiheit und Eigenthümlichkeit der Men-schen in den Zaubcrkrcis lächerlicher Systeme bannte, woraus einmechanisches oxus oi>eratnm 2 folgen mußte. Der gesunde Menschen-verstand lag in den Fesseln der Logik, und diese Logiker oder Scholastikersahen so hoch herab auf die gesunde Vernunft als die Hochwürdigcnvon der Höhe ihres Kirchcnglaubcns auf die Laien von Dcnkkraft,oder der Ritter von seiner Burg auf die leibeigene Sklavenhcerde.Die Philosophie war die bloße Dicnstmagd der 68. riicologia, und
^ Alles nach dem Zuschnitt des Triviums und Qundriviums —
d. h. Grammatik,^Rhetorik, Dialektik (Trivium), Arithmetik, Musik,Geometrie, Astronomie (Quadrivium) und viele Jahrhunderte hin-durch war Marcianus Capella — ein Klassiker. An welchen Unsinn er-innern nicht schon die paar Worte der Scholastiker, womit sie so vielzu sagen glaubten: Ooiisubstaotiatio! Irausoubstantiatio! ^
Die drei alte» Univcrsitätsgrazicn Salerno, Bologna und Paristhaten der freien Entwicklung der Wissenschaften fo viel Schaden alsihre späteren Töchter. Theologie und leider auch Philosophie waren
* S. das Ritterwescn und die Templer, Johanniter und Dentsch-OrdenSritter inSbe-sondere. Stuttgart 1822—24. S Bände. 8. Die Mönchcrei oder Darstellung der Klvstcr-welt und ihres Geistes ib. 1816. 4 Bde. 8.- DaS Papstthum und die Papste, eui Nachlastdes Verfassers der Mönchcrei. 3 Bände. 8. Viel Edles und Hcrzerhebcndes nebst römi-schen Abenteuerlichkeiten gewährt das Ritterwescn; aber welche Tragl-Kvmodie Hierarchieund Mönchthnm! Beide im Gefolge der Heiligen, ihrer Wunder und Reliquien, im Ge-folge der Ketzereien, Religionskriege und Holzstöße der Inquisition bieten ungeheureLächerlichkeiten, aber sie verschwinden vor den blutigen Grauem, die den Kopf verwirren,wie die Köpfe des abergläubischen Haufens, mid das Herz verwunden. Der Menschen-freund bedeckt sein Haupt und weint:
» Schmählich ist's, erbärmliche Kindereien als wichtig hu behandeln. - - BloßeWerlthätigkeit. — ^ Dieser Vers, gleich darauf erklärt, ebenso wie die Lehrmethode imMittelalter (Trivium und Quadrivium), heißt wörtlich übersetzt:
» Sprache, Bild, Grund, Zahlen, der Ton. der Winkel. Gestirne.
* Gleichzeitiges Vorhandensein beider Substanzen in einander (Brodund Wem —Fleisch und Blut Christi im Abendmahl)— Verwandlung der ersteren in die letzteren.