Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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„Na, verdammter Philosoph, was hast du noch einzuwenden?" Erschwieg einige Minuten, die Mütze, die Voltaire vorstellen sollte, na-türlich auch, und so setzte er sie dann ruhiger wieder auf: „Da dunichts einzuwenden vermagst, weil du überzeugt bist, kein Wort weiter!"Ein Anderer trat auf und sprach: „Wenn die lutherische Religion dierechte ist, so soll mich gleich der Teufel holen; aber gelt, der Teufelhat ja keine Gewalt an mein Priesterg'wandel? Der hat gut reden,denkt ihr? Schaut's! (hier zog er auf der Kanzel sein G'wandcl ab)Schaut's! Jetzt, Teufel hole mich!" — Wir lesen 1781 bei Schlözerdie Einkleidungsrede einer Nonne zu Gmünd: „Nun, geistliche Braut,sei'n Sie ein junger Affe, der seiner Mutter, der würdigen FrauOberin, Alles nachäffet; äffen Sie nach dem alten Affen in allen sei-nen Tugenden; äffe nach, junger Affe, ihre Keuschheit und Demuth,ihre Geduld und Auferbaulichkeit. Und Sie, würdige Frau Oberin,gleichen Sie dem alten Bären, der ein ungestalt Stück Fleisch solange leckt, bis er die Gestalt eines jungen Bären erhält. Lecke, dualter Bär, gegenwärtiges geistliches Stück Fleisch so lange, bis es dirvollkommen ähnlich wird, lecke du auch dein ganzes Convcnt sammtallen Kloster- und Kostsräulein, lecke, alter Bär, sämmtliche Familieder geistlichen Braut und alle hier Versammelten, zuletzt lecke auchmich, damit wir Alle wohlgeleckt und gereinigt, den Gipfel der Voll-kommenheit erreichen mögen. Amen."

In diesem Geiste waren fast alle Predigten des sogenanntenWiesen-Paters zu Jsmaning in Baiern, die 1781 im Druck erschienen,darunter die Rosenkranzprcdigt die beste und bekannteste: „Der Ro-senkranz übergwältigt d'Hölleuschanz." Bei einer Predigt vom Fisch-zug Pctri sprach er: „Sie arbeiteten den ganzen Tag und die ganzeNacht, und fingen nichts, siehe, da kam der Heiland, und sie hatten dieNetze voll Barben, straf mich Gott, armslang!" und ein andermalfragte er: „Warum, meine Christen, ist gewachsen dem Hund seinSchwänzer! ? Dem Hund sein Schwänzer! ist gewachsen, damit er da-mit wedle und wackle, daß ihm nit fahren die Mucken ins Loch: wirGeistlichkeiten sind die wahren Schwänzer!, 'wir müssen wedeln undwackeln, damit nit fahren ins Loch der Höllcn die Seelen gläubigerChristen." Noch unter Karl Theodor durfte auf der Kanzel zu Mün-chen ein Karmeliter sagen: „Liebe Christen! Morgen ist Prozession,ihr werdet vor vielen Fenstern Freimaurer und Unchriftcn sehen, dieim Stillen unserer spotten: waffnct euch mit dem Eifer des Herrn,greift nach Steinen und werft sie nach ihnen." Hospater Exjcsuit