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schmerzt mich, daß selbst Blutsfrenndschaft von ihm mit Füßengetreten wird, die noch vor fünfzig Jahren selbst Egoisten heilig war.Wer will es nnn jenem Dicken, der auf einem an Proviant leidendenSchiffe die ersten Flcischschnitten aus seinen fetten Hinterviertcln her-geben sollte, verargen, wenn er behauptete, daß er auf die erstenSchnitte ein Nähcrrecht habe? Odaritä dien oräouuäo oommouoo p»rsoi-mSms.' Und werden wir nicht schon in frühester Jugend auf dasLgo' aufmerksam, das in jeder Grammatik dem ru» vorausgeht?
Alle Egoisten, je mehr sie Ueberfluß an Jdeenmangcl haben,machen sich zum Mittelpunkte: die lieben Engelcin sind bloß da, umsie aus den Händen zu tragen, die Sonne und der Mond, um ihnenzu leuchten, einzuheizen und abzukühlen, und die Sterne goldeneNügcl am blauen Himmelszelt zu ihrer Augenlust; so sitzen sie da, wiemancher Klein-Große unter seiner LivrLc und seinen Jägern. Man hateine satirische, nicht üble Jcsuitengeschichte Aonarebia Zoligsoruin; »aber die Monarchie der Solixsi umfaßt die ganze Menschheit, und esgibt mehr als einen Dcy von Algier, den die Antwort des Franzosenauf seine Frage, ob sie auch Sonne, Mond und Sterne hätten? —„Wir wärmen uns an des Dey's Sonne, sein Mond leuchtet unsNachts und seine Sterne," — zum gnädigsten Bcifalllächeln veran-laßte. Friedrich war freilich anderer Meinung bei seiner Frage anZimmermann: „Wenn der Mcnschcnstolz glaubt, daß Alles um seinet-willen da sei, wozu ist denn der Sand Brandenburgs?" Aber was istdie ganze Sandbüchse Preußens gegen die 600 Stunden lange und300 Stunden breite Wüste Sahara, die dem Dey so nahe liegt? Esgibt nur einen Friedrich, aber tausend Dey's.
Geboren sein nur für sich, o'sst sn bau tran^aio, ätrs uä bäte, ^sagte Montluc, aber es ist schwerer, die Selbstsucht auszurotten ausdem Mcnscheuhcrzcn, als eine Alpe mit der Nadel abzutragen, sagendie Orientalen. Selbstsucht scheint sogar mit den Jahren und widrigenErfahrungen zu wachsen, und es kann fast nicht anders kommen, jDas Alter setzt noch Grämelci hinzu; daher Zurückgczogenheit dasBeste und immer bester, als die gefällige Duldung des Weltmanns,denn diese ist gegründet auf Mcnschenverachtung. Man gefällt, wennnian jedem Recht gibt und jedem Vorurthcile ausweicht, entschlossenwie Tristram Shandy, der selbst seinen Esel belehrt, sich nie an einem
l Wohl geleitete Mildthätigl-it beginnt mit sich selbst. — » Ich. — Du. —2 Die Monarchie der Selbstlinge. — * D. h. m gutem Französisch, als Thier gedo«ren sein.