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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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wieder dreißig in das aufgeklärte neunzehnte Jahrhundert. An gar vielenOrten werden reich bebänderte Männer ohne weiteres für große Män-ner gehalten, und man vergißt ganz, daß bei Kirchwcihcn ein Wesenerscheint, das oft noch weit mehr Bänder trägt: der Kirchweihhamnicl.

Selbst die Neger haben den hohen Grad der ansgebrochcncn Zähnedes Feindes, und in Benin ist der Korallenorden, in Atschicn aufSumatra der Schwertorden, bei dem Südseeinsulaner der Orden desArmknochens; auch Mexico und Peru hatten Orden, die Schwan allevergessen hat, selbst den einheimischen hohenlohischen Phönix. Thümmelnennt Stern und Band den gnädigen Spott der Großen, und somuß auch jener Britte gedacht haben, der bei seiner Abreise von RomAllen, die mit ihm zu thun hatten, den päpstlichen Spornordenü 8 Dukaten zum Geschenk machte. Ein Graf Limbnrg-Styrnm, der inder Bastille saß, verkaufte sogar einen Orden, ja selbst Friedrich Wil-helm I. verkaufte den kleine» Orden äs la 6Snörositö, > und setztejedesmal in seinen Kalender: „Heut wieder einen Hasen gefangen!"

Die Orden entstanden aus den Anstalten der Mönche und Ritter,und waren ursprünglich Verbindungen würdiger Männer zu vater-ländischen Zwecken, mit Uebernahme gewisser Pflichten, unter demGesetz der Ehre. Schön! Später dienten sie mehr zum Glanz derHöfe, zur Auszeichnung hoher Geburt und Würden, und nebenherzum Lohne des Verdienstes, der Mühe und Arbeit. Meine Zeit hatdie Orden so in's Unendliche vermehrt und so verschwendet, daß esfast keine Ehre mehr ist, einen zu tragen, und doch wieder eine Nnchre,keinen zu haben; wahrlich, man sollte es damit halten wie die Holländerauf den Molukken mit den Pfcfferstauden. Moreau wies das Bandder Ehrenlegion zurück: „Seit zehn Jahre» schon trage ich es, undhabe die Legion geführt;" und so sollten es auch alte verdiente Staats-männer machen, wenn man endlich auf den Einfall kommt, ihnen dasBand anzuhängen, das so viele Lieutenants und Hauptleute tragen.Das Ordensband hört auf, den Einzelnen zu ehren, wenn nicht dieMehrzahl der Ordensglicder das Band ehrt durch Würdigkeit, und esist Schade, wenn man damit nicht so sparsam umgeht, als Friedrichmit seinem schwarzen Adler; denn der Orden des Verdienstes wäreimmer eine schöne Auszeichnung in den Augen des Volkes, eine wohl-feile Belohnung des Staates, und eine löbliche öffentliche Anerkennungder dem Staate geleisteten Dienste. Wer gibt uns eine getreue philo-sophische Kritik aller Ritterorden nach ihrer Entstehnngsart, Regel,

> Des Edclmuihcs.