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Der Wunsch, nach dein Tode noch fortzuleben, schein! tief in unserGefühl gepflanzt, daher ist er natürlich; nehmt diese Art Begeisterunghinweg, so bleibt für die Ausführung von tausend Planen nichts übrigals Gewalt oder Gold! Viele Weise, die darüber lächeln, scheinenmir furchtsame Egoisten; aber ich lobe mir sogar den Lachs, der gegenden Rheinfall anspringt; er nimmt den Schwanz ins Maul, und in-dem er solchen wieder schnell fahren läßt, schnellt er sich empor; erfällt, wiederholt aber dasselbe, und wenn es mich öfters hat lachenmachen, so mußte ich doch mit einem voluntas lauüsnän ' enden.Niedrige, kleine Seelen kennen nur Eigennutz, cdlere haben von jehersich begeistert für die Stimme der Nachwelt, und je edler der Mensch,desto höher sein Ziel. — Ganz verschieden von Ehrgeiz ist ein gewissesedles, männliches Gefühl von Ehre, das vor tausend Schlechtigkeitenbewahrt, und recht lebendig in unseren: Herder war. „Ehre in Brustund That macht den Mann," sagte er oft, und lief, wenn er sich imAmte oder Charakter gekränkt glaubte, in seinem Zimmer mit weitenSchritten auf und ab, bevor er eine Feder ansetzte, und so bewegt undheiß, daß er seine Fußsohlen wund lief nnd eine Stange Siegellackin der Hand weich drückte wie Brei. Dieses Gefühl belebt geradedie am wenigsten, die stets das Wort Ehre im Munde führen, zuAllem sagen: „auf meine Ehre," ja so mechanisch an die Phrase ge-wohnt sind: „Ich habe die Ehre, Sie zu versichern," daß sie fortfahren,„die Erde lauft um die Sonne." Man könnte ihnen gar oft sagen,was ein gewisser General einem Lieutenant sagte, der Nachts nebenihm in die Gosse fiel und rief: „Ich bin gefallen, auf meine Ehre!"— „Das vermuthete ich längst, da Sie so oft schon stolperten!"
Die herkömmliche Art, fortzuleben nach dem Tode, ist die Fort-pflanzung, denn sie ist die leichteste nnd angenehmste; Andere suchenmehr geistiger Weise fortzuleben, die Genies, nnd leben sich selbst irdi-scher Weise weniger; Horazcns integer vitao seslsrisguo ziuruo * bleibtohnehin gerne sitzen. Hohe Aemter scheinen einmal nicht für Philo-sophen, nnd auf Thronen waren Genies meist ein Unglück; niedereaber finden sie wieder unter ihrer Würde. Der höchste Nachruhmist, Stifter von Staaten und vielleicht noch mehr von Religionen zusein, nnd wohl ihnen, wenn ihr Zweck Erlösung war; Christus hattediesen Zweck mehr als Moses und Mahomcd; er gab sich ganz hinund lebt in den Seinen und sie in ihm. „Das Samenkorn mußsterben," sagte er, „und alsdann bringt es Früchte;" aber leider säete> Der Wille ist zu loten. — ' Wer „»striislich lebet, von Lastern rein ist.