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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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oft länger ols zwei Minuten vor der Thüre geweilt hotte. Der Mannnach der Uhr spricht nur von Ordnungsliebe; aber allznpünktlicheOrdnungsliebe in reinen Kleinigkeiten, ist sie nicht eher Eigensinn zunennen? Es ist schön, seine Zeit einzutheilen und mit solcher ziegeizen sogar; aber der Mann nach der Uhr sollte doch keine Maschinesein wie seine Uhr, was kaum Nachtwächtern und Uhrmacher» zu ver-zeihen wäre; aber gleichviel ist es allerdings nicht, ob die Uhr richtiggeht, oder gar nicht geht, ob man seine Uhr liegen läßt, oder einsteckt,oder gar verliert. Der Fall, daß man über einer gestohlenen Uhr zuzwei gelangen kann, dürfte nur einmal vorkommen: ein Deutscherfühlte im Herausgehen aus dem Theater zu Paris nach seiner Uhr —fort war sie; er packte den Verdächtigen und erhielt ohne Geräusch dieUhr, und zu Hause fand er auch die seinige auf dem Tische. Ichweiß nicht, ob die Welt unordentlicher geworden ist, seit die Mode,zwei Uhren zu führen, abgekommen ist; aber das weiß ich, daß einMann, der in jedem Zimmer eine Uhr hat und mit Uhren sich abgibt,wie Carl V., unordentlicher ist als meine Wenigkeit mit einer Uhr,die gerade nicht immer gerichtet ist, wie die beiden Kirchenuhren meinesWohnorts, der Protestantischen und der katholischen Kirche; beide ver-halten sich, wie die rssx. Religionen, und werden wohl nur dann zurEinheit gelangen wie die Religionen, wenn sie sich insgesammt richtenwollen nach der Sonne.

Kant, ein so großer, abstrakter Philosoph, konnte doch weder seinenThee, noch sein Tabakspfcifchcn recht genießen, wenn sein neuer Die-ner ihm gerade gegenüber stand oder saß, denn sein alter Lampe hieltsich seit fünfzig Jahren so, daß er ihn nicht sehen konnte; eine Schcere,ein Federmesser, ein Stuhl oder Buch rc., die geringste Kleinigkeitan ungewohnter Stelle, konnte den großen Denker aufbringen, der soschön über den bloßen Vorsatz, seiner krankhaften Gefühle Meisterzn werden, geschrieben hatte. Kant Pflegte nach einem gewissenThurm hinzusehen, wenn er scharf über etwas nachdachte; einige Pap-peln schössen so empor, daß sie ihm den Anblick des Thurmes verhin-derten, und nun konnte er auch nicht mehr ungestört nachdenken undmag in dieser Zeit Manches componirt haben, was mir von Kantnicht gefallen hat, der doch gewiß mehr als ein ordentlicher Professorder Philosophie war, nämlich ein recht außerordentlicher. Der Eignerder Pappeln war so artig, ihm die Gipfel dieser Bäume zu opfern,und nun gings wieder wie zuvor; aber wäre es nicht philosophischergewesen, da die Pappeln einmal den Thurm überwachsen hatten,