287
zu bessern Umständen, zu neuen Schulden führen und endlich zu schlech-ten Streichen und nn den Rand des Abgrundes.
Wir hatten Zeiten, wo ein Nothpfcniiig doppelt wohlthat, undselbst aus Ehrenpfennigcn Zehrpfcnnige wurden, Zeiten, wo man,ohne Harpax zu sein, das wahr machen mußte, was der Epigrammatistnur dem Harpax nachsagte:
Brod nur und Kartoffel täglichFand selbst Harpax unerträglich.
Hole, sprach er zu der Magd,
Einen Hering — und sie fragt:
Also haben Euer GnadenHeut Gesellschaft eingeladen?
Wir jammerten lange über Kaffecnoth und Tabaksrcgicnoth, ver-gaßen beide über Wcinnoth, und auch diese über Brod- und Kartoffel-noth 1816—17. Konnte man es einem armen Landprediger, als seinHans an der Kirchweihe voll war und ihn das Handwerk zu oft be-grüßte, übel nehmen, daß er über den Text Predigte: Seid gastfreiohne Murren! nnd die Meinung des Apostels näher erklärte: Seidfrei von Gästen? In harten Zeiten muß Manches Oekonomie nndWcisbeit werden, was es unter andern Umständen nicht ist; man ver-zeiht allenfalls dem Todtcngräbcr, wenn er sich Dinge aus dem Grabeholt, welche die Thorheit der Lebendigen dem Todten mitgegeben, demsie nichts helsen; aber vor dcni Sohne wird uns doch schaudern, derseinen Vater, dem er im Amte folgte, Nachts ansgräbt, weil ihm einganz neuer Kirchenrock, statt des alten abgetragenen, mit ins Grab ge-geben wurde. Der Egoismus unserer Tage erstickt die Gefühle, nnd soauch die Gefühle des Bruders, der, gleich nach der Erbthcilnng, seinenin Melancholie versunkenen Bruder, der sich bei dieser Theilung undsonst immer großdcnkcnd gezeigt hat, verläßt: „Unsere Charaktere har-monircn zu wenig, wir sind zwar durch einen Kanal in die Weltgekommen, aber das that der Zufall." Wer will es nun Harpax ver-argen, wenn er nicht gerne traktirt, oder nur in seiner Manier?
AlZ wir im Sommer glühte»,
Fiel Harpax endlich d'ranfErfrischung anzubieten,
Und macht' ein Fenster auf!
Man kann reich sein und dennoch einfach leben, zu Fuße gehennnd ohne Bedienung sein, weil man es so seiner Gesundheit, Ruheund Laune angemessener findet; man kann sich über einen Groschen