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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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wollte: „Ich will nicht Herr sein über Euch, der Herr soll Euer Herrsein!" und auch Samuel, dem es übel gefiel, daß Israel sagte: „Gibuns einen König." Wie? eine Nation soll wie der Besitz einer HeerdeVieh vom Vater auf den Sohn forterben, der oft noch ein Wickel-kind ist? Die weisesten Staatsmänner und die tapfersten Kriegersollen vor dem das Knie beugen und dem den Eid der Treue schwören,der oft der Schwächste unter Allen ist? „Erbmonarchie," ruft Payne,„ist das Papstthum der Regierung!" Aber es scheint nur lächerlich.So wie unser Sonnensystem gegen alle Evidenz der Sinnen ist, soerbliche Thronfolge gegen den Verstand; aber Erblichkeit erhält Ruheund Ordnung; man weiß, wie es mit der Wahl eines Schultheißenoder Abgeordneten geht, und nun halte man dem Ehrgeiz erst einenThron vor Augen? Den Erbfürsten hat gleichsam die Zeit geheiligt,wie sie den Besitz heiligt; er wird am wenigsten beneidet und ist amentferntesten von Gewaltsamkeit; mit Erblichkeit hätte die GeschichteRoms schwerlich die Greuelzeit der Cäsaren zu erzählen, daher rufeich mit den Franzosen: Im Roi est wart, vivs Is Roi! *

Geborene Könige, das heißt privilegirte Königsseelen, sind selten,aber unter obigen Umständen die alltäglichen Königsgeburten besserals gar keine. Alexanders Antwort auf die Frage seiner Generale,wer sein Nachfolger sein solle: „Der Würdigste," ist zwar schön, aberwie schwer die Ausführung! Selbst die Wahl, die sich Fürsten vonSina und Peter von Rußland vorbehielten, ist für die Völker gefähr-lich, und noch gefährlicher die Zwischenzeit, die meist eine Zeit derAnarchie gewesen ist. Auf Marc Aurel folgte zwar ein verächtlicherCommodus, auf Carl den Großen der Frömmler Ludwig, auf denrechtlichen Rudolph ein Albrecht, aber doch auf Heinrich VIII. einedler Eduard und eine kluge Elisabeth, wenn sie auch weniger edelwar. Die deutsche Geschichte zählt neun durch Gift und Dolch ge-mordete Kaiser; als wir eine erbliche Familie erhielten, hörte diesauf, und da Carl VI. starb ohne männliche Erben, gab es Krieg.

Die Erblichkeit führt das Gesetz der Stätigkeit in die politischeWelt ein; eine gute Verfassung sorgt weiter, daß auch die unsichtbareHerrschaft des Gesetzes nicht unterbrochen werde durch sichtbare, schlechteThronfolger. Erbliche Monarchen sind weit weniger kriegslustig, undso wäre es auch in Frankreich gewesen, wenn Napoleon sein Dingvon Holz mit Sammt überzogen nicht als Eigenthum und Eroberung* Der König ist todt, es lebe der König!

Demolritos. VII.

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