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Bauer, der seine Frau einige Tage zuvor beerdigen ließ, im Wein-berg arbeitet: in weißen Strümpfen; der gnädige Herr ritt vorüber:„Du, warum hast Du keine schwarzen Strümpfe? das kostet zweiGulden!!!" Eine wahre publicistische Merkwürdigkeit war das ge-werbschaftlicke Städtchen Widdern, wo ich einst den Beamten undeinen Besoffmen Nachts dialogiren hörte: „Wart, Kerl, was machstdu da unten für Teufels Lärmen, marsch Sau, nach Hause!" —„Ha!Ha! haben Sie denn nie einen Rausch gehabt, gestrenger Herr Amtmann?"— „Wart, Schlingel, gleich ins Loch!" — „Höh! Höh! haben Siemich schon?" — „Verfluchter Kerl! morgen werde ich dir den Prozeßmachen." — „O, lieber Herr Amtmann, fangen Sie keinen neuen an,bis die alten ausgemacht sind," und am andern Morgen war auchvon keinem mehr die Rede. In diesem Städtchen wurde in derNeujahrsnacht gesungen:
Das Schießen ist verboten Aber auf den Gassen
An verborgenen Orten, Dürft ihr's krachen lassen.
Es ist überall besser geworden; die kleinen Olympier selbst sehenes ein, und fangen an sich zu fügen; der Uebergang ist verschmerzt,und die Gewohnheit macht Vieles leichter, aber man hört doch nichtgerne davon sprechen, und wie mein Grabstein lauten wird, will ichnicht wissen. Vor der Revolution noch erhob sich der kaiserlicheDiener über den königlichen, dieser über den kurfürstlichen, dieserüber den fürstlichen, dieser über den gräflichen, und da auch derKüchenjunge wieder seinen Jungen haben will, dieser über den städti-schen und ritterschaftlichen Diener; von Reichsdörfern war keine Rede;da trat der Franzose, wie der Tod im Todtentanze, mitten unter sieund sprach: „Ich hole euch Alle." — Wir müssen zwar jetzt mehrsteuern als sonst, ja in einer gewissen Periode dreifach, dem Guts-herrn, dem Souverän und den Franzosen; aber man hört doch nichtsmehr von Reisen- oder Brunnensteuern, oder gar eine Beinbruchs-steuer, der Gevatterschaften nicht zu erwähnen, wo man das Pathen-geschenk des Ländchens heraus exequirte. Die alten Cäsaren Romssollen sogar eine Luft- und Thränensteuer im Sinne gehabt haben,und warteten vielleicht nur noch, bis die Luft bis zur Eßbarkeit verdichtetund die stillen Thränen öffentlich geweint würden. Selbst denkendegebildete Großen haben, wenn auch ihr Interesse durch die Verein-fachung verloren hat, aus Patriotismus Freude an besserer Ge-staltung des Vaterlandes, und dies^ind wahre Edle.
Heil dem Vaterlande! Was haben wir nicht schon gewonnen in