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Hertha, * folgten dem Wiehern des weißen Pferdes, wie Römer Hüh-nern und andern Vögeln; sie hatten ihre Hausgötter, wie die Altenund Wilden, ihre Jrmensäule und ihre heilige Eiche zu Geismar.Die schönste und natürlichste Gottheit aller Völker auf den erstenStufen der Kultur, der zu Ehren wir noch heute die Altäre gegenMorgen bauen und die Betenden ihr Angesicht gen Morgen richten,war das Licht, die Sonne.
Rcligionsgefühl ist nichts anderes, als Ahnung unserer Ohnmachtgegenüber der Allmacht, Gefühl unserer Abhängigkeit von dem Inbe-griff aller Naturkräfte, von Gott dem Allwaltenden, dem SS-». Wiesoll der endliche Mensch dieses Unendliche fassen, wenn er es nichtendlich, d. h. bildlich einkleidet? Aus diesen Bildern machte Un-verstand selbst Götter, wie man ja selbst aus astronomischen Thier-bildern wirkliche Thiergötter machte, von denen vielleicht selbst unserLamm und unsere Taube stammen, und Priester, Priester, das Un-kraut der Religion, thaten das Weitere. Atheistische Priester miß-brauchten die Leichtgläubigkeit des Volks gleich von Anbeginn; Magierwie Druiden, Jongleurs wie Schamanen, selbst unsere freisinnigen,geraden Germanen ließen sich von Pfaffen binden und Peitschen imNamen des Herrn, in mnzorem Ost glorlam,^ ehe man noch an dieMeister dachte, die Jesuiten. Schon die Priester des Bals ließenihrem Götzen täglich zwölf Malter Weizen, vierzig Schafe und dreiEimer Wein liefern, bis Daniel Asche in den Tempel streute, und be-wies, daß nicht der göttliche Drache, sondern die Priester in der Nachtsich bei jenen Opfern wohl sein ließen. Selbst die unschuldsvollen,lieblichen Naturkinder im stillen Meere hatten ihre Priester und Zau-berer, genannt rava, und sie und Alles, was ihnen angehörte, wartabdu, d. h. heilig.
Alle Priester wußten wie Moses ein Gehäge um Sinai zumachen, ihren Berg zu heiligen und dem Volke das Hineinsteigen zuverbieten, damit es der Herr nicht zerschmettere. Das Volk sah dieHerrlichkeit des Herrn nur von hinten, nie von Angesicht zu Ange-sicht. Moses wagt nicht selten, die Ansichten des Allerhöchsten zu be-richtigen, wie es kein Diener gegen seinen Fürsten wagte, und hältseinen Arm zurück, wenn er Israel zerschmettern will in seinem Zorn;er läßt das höchste Wesen erklären, daß man sich dem Altare nicht
l Worin die Sklaven ertränkt wurden, welche den Wagen der Göttin Hertha ge-waschen hatten. — r Zu größerer Ehre Gottes.
Demokritos. VII.
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