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zigsten Psalm, wo mir Knaben der Verstand stille oder eigentlich nichtstille stand: „Errette meine Seele vom Schwert, meine einsame vonHunden, hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich vonEinhörnern." Am wenigsten vergesse ich die lateinischen Gebete exanimo, die Dominos Revtor gewöhnlich statt des hergebrachten Gebetesvom Beter verlangte, wenn er, mit sonnenrothem Angesicht«: von fürst-licher Tafel kommend, eintrat und rief: blx animo! ex animo! ' Ja,wenn wir auch eine Flasche Verenberger im Leibe gehabt hätten!
Das Vaterunser gilt für das vollkommenste Gebet; ein kurzes:„O Gott!" recht ex xrokanäls, 2 oder: „Herr, dein Wille geschehe!"halte ich für noch besser. Sokrates betete:
Gib uns, o Gott, erflehet und nicht erflehet das Gute;
Aber das Böse wcnd' ab, wenn wir es selbst auch erfleh'n.
Noch schöner aber ist Juvenals Gebet (X. V. 345—66). Die Altenflehten zu den Göttern um Alles, nur nicht um die Tugend, weilman diese aus sich selbst nehmen müsse, oder wie Freund Horaz:
— Oet vit.iva, äet oxes,
ae^uum mi ixss parado. b
Vom Beten wie vom Fluchen in Noth gilt der alte Zuruf an denim Kothe steckenden Bauern, der Herkules anrief:
Treib und greif die Räder an,
So wird Herkul bei dir stahn!
und jener alte Schiffer im Sturnie betete besser: „Neptun, du kannstmich retten und verderben, wie du willst, aber mein Ruder halteich fest!"
»Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen!" riefen schon längstfromme Seelen, die weder zum Klerus noch zum Pöbel gehörten; beider Säkularisation war das Geschrei bei uns ärger, als in Frankreich,wo man schon längst einen Heiligen um den andern aus dem Kalen-der weggeschafft hatte; ja ein Marquis, als er seinen Heiligen nichtauf dem Altare fand, weil er einer Prozession beiwohnte, hinterließeine Visitenkarte. In unseree Sprache steht es mit dem Worte „dieHeiligen" längst wie mit dem Worte „Genies", und es hätte auf derWelt nichts zu bedeuten, wenn nur nicht auch das Heilige in Verfallkäme, und am meisten der Heilige, ja selbst die alte Redlichkeit.
> Aus dem Herzen, aus dem Herzen! — r Aus iiefsiem Herzen.
8 . .. Jupiter schenke mir Leben und Wohlstand,
Gleichmuth werde ich selbst mir erwerben.