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Degen ablegen, aufs Knie stürzen und Gott danken, Alexander undFriedrich Wilhelm Gleiches thun, die ganze Generalität nachfolgen,und alle auf den Knieen rufen: „Der Herr ist mit uns!" So brachtedas erhabene Kleeblat der drei Monarchen auf die kürzeste und schönsteArt die Vereinigung der katholisch-protestantischen und griechischenKirche zu Stande, und der Teufel entwich und floh vor ihnen jenseitsdes Rheins.
Heil, Heil Allen, die dazu beitrugen, daß die Religion aufhörte,eine Rolle zu spielen, wie noch vor fünfzig Jahren; aber gänzlicheAbstellung öffentlicher, Positiver Religion wäre der schauderhaftesteRiß in dem Gebäude bürgerlicher Ordnung und in der Herrschaftder Sitten; die gelungenste politische Moral kann nicht diejenigeUnterlage der Sittlichkeit gewähren, welche religiöse Formen liefern,und das Kantische Princip der Heiligkeit, ist es nicht aus dem Christen-thum entlehnt? Nicht Unglaube, sondern Aberglaube beherrschte dieGemüther des griechischen und römischen Volkes und wirkte, verbundenmit der Stimme des Gewissens, jenen Religionsschauer, der seinGutes hat; daher ich nicht der Meinung gewisser Pädagogen seinkann, welche den Religionsunterricht in die Jahre reiferer Vernunftverweisen wollen. Erwachsene begreifen das Unbegreifliche nicht vielmehr, als Kinder auch (und selbst die Herren Theologen, wenn sieaufrichtig sein wollen); aber Religionsempfindungen pflanzen sichtiefer in die Brust der Jugend und erwachen dann wieder in späterenJahren. Man kann von Gefühlen der Andacht sagen, was man vonder Liebe sagt: ll n'sst (tövotioo guo äs jsuuo xrötrs,' und wererinnerte sich seiner Andacht bei der ersten Kommunion nicht, wie dessauersüßen Gefühls der ersten Liebe? Ein zweites, mir unvergeßlichesReligionsgefühl hatte ich im Kloster auf St. Bernard; jetzt würdees wohl damit stehen, wie beim Anblick meiner ersten Liebe: il n'estäsvotion gas äs jouos xrstrs.
Religion gehört wie Liebe und Poesie in das Gebiet der Phan-tasie, erhebt uns, macht uns glücklicher und dadurch mittelbar weiserund besser. Gott bedarf keiner Religion, aber die Menschen; Gottbraucht weder Weihrauch noch Myrrhen, weder Kerzen noch Gebet,Gesang und Musik, weder Messen und Predigten und Tempel, unddaher bleibt das Wort Gottesdienst — Frohndicnst, ein dummesWort, das alle richtigen Ansichten von Religion verrückt. Man fabelteeinst viel von „Pflichten gegen Gott," und machte sich selbst das
> Nur bei jungen Priestern findet sich Andacht.