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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Philipp IV. ärgerte sich über den bloßen Busen der Hofdamen so, daßer heiße Chokolade über ihre Schaubrode hingoß. Zu Versailles zogeinst ein Auvergnac, der nie seine Berge zuvor verlassen hatte, denDegen, als Louis XV. erschien, denn die Garde zog die ihrigen; mannahm ihn gefangen, erfuhr aber, daß es aus Respekt geschehen sei,und er als Edelmann nicht weniger thun zu dürfen glaubte.

Der orientalische Vielweibler, der seinen Harem hat, wirft demHunde von Franken vor, daß er weit fleißiger arbeite im Weinbergedes Herrn, der faule Abendländer aber bei der Schwangerschaft einerFrau ruhe und während derselben Wein saufe. Hähne, Böcke, Stiere rc.haben sie nicht auch ihren Harem? Der Großsnltan glaubte LadyMontague nicht besser ehren zu können, als wenn er sie der Freudenseines Serails persönlich theilhaftig machte, und dieser Sultanade ver-danken wir den berühmten Sonderling zu Venedig, aber der Ladpnoch mehr die Blatternimpfung. Der Franke Einweibler sagt demmorgcnländischen Hahne: „Kann man mehrere Weiber zugleich lieben?und noch mehr sie uns? Geschieht nicht der bartlosen Hälfte unseresGeschlechts schreiendes Unrecht? Wird sie nicht zum bloßen Dingherabgewürdigt? Ein Weib kann auch einen Mann verlangen, undder Abendländer damit zufrieden sein, wenn die Sie nicht umgekehrtorientalisirt. Wie ist es möglich, unter vielen Weibern Ordnung zuhalten, wenn man sie nicht durch Verschnittene bewachen und wie dieNeger durch ihren Popanz Mumbo Jumbo prügeln lassen kann? Ver-schlimmert sich nicht durch diese Sklaverei das Geschlecht und mit ihmdie Männer? Wo hat noch je ein Hahn seine Hennen durch Kapaunenhüten oder peitschen lassen?" Aber Abendländer und Morgenländerbleiben bei dem Ländlich Sittlich!

Die Türken lieben, wie die Olympier und die alten Griechenschöne, jugendliche Gestalten um sich zu sehen, die ihnen beim Er-wachen Kaffee und Pfeife, Sorbet, Rauchwerk rc. darreichen, undlachen über des Franken alten, schmutzigen Kleiderausklopfer undStiefelwichser, oder die alte, triefäugige Köchin und Haushälterin.Große Herren haben daher auch die Türken nachgeahmt durch ihrePagenanstalt, und junge Herren aus dem Mittelstände trachten wenig-stens nach einer hübschen Auswärterin. Sonderbar symbolisch aberist, daß der Bräutigam bei den Tschuwaschen am Hochzeittage ein Ge-schirr mit einem Loch in der Mitte, das er mit dem Finger zuhält,herumträgt, und in Litthaucn durchlöcherte Teller aufgestellt werden.Der König von Achem, wenn er eine Geliebte wählt, läßt alle Mäd>