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wesentliche Verzierungen nachlassen. Welche Bequemlichkeit gewährtnicht dem Soldaten seine Uniform und dem Prediger sein Schwarz-rock? Das Acnßere wirkt auf das Innere mehr, als man glaubt;daher war es keine Ehrbarkeitspedanterei, gegen die Entblößungen derMode zu eifern, und auch kein Despotismus, die Sansculottentrachtden Staatsdienern zu verbieten. Der Landgraf von Hessen that Recht,die Znchtlinge als Jncroyables kleiden zu lassen. Gewissen theuernArtikeln, z. B. indischen Shawls, englischen seinen Waaren rc. könnteman wohl den Eingang verbieten: noch schöner aber Ware es freilich,wenn die richtige Maxime (auch in Hinsicht gewisser französischer Bücher)sich verwirklichte: Os n'est xoint aux äouanisrs, o'sst a I'oxinionxubligns L Aaräer nos trontiörss. 1
Man kann einer Nation nicht besser schmeicheln, als wenn manihre Sprache gut spricht und sich kleidet wie sie. Maria Theresiawußte dies wohl, da sie nach Ungarn ging, und Alexander wußte esauch, als er Warschau besuchte; aber Alexander, genannt der Große,wußte es weniger, sonst hätte er nicht das modisch-persische Kleid ver-wechselt mit dem seiner Griechen. Wer im Nationalkleid einhertritt,sagt: „Ich gehöre der Nation," und ohne solches bleiben wir Schnei-derspuppcn. Das Nationalkleid wechselt nicht und Prägt Beständig-keit in den Charakter, als Antipode der Moden; die Wandelbarkeitdes äußern Menschen wirkt zurück auf den innern, und nie werdenwir Römer ohne ihre Toga. Die Wirkung der Kleidung auf denGeist beweisen die Uniformen, die Kntten, der Priesterrock und beigar Vielen selbst die Livree- Niemand würde es so sehr freuen alsmich, wenn der kurze schwarze Rock (mag er auch polnisch heißen),lange Beinkleider und Halbstiefel, Alles schwarz, ständig bliebe, rotheWeste und rothe Mütze, nebst Schnnrrbart und Säbel. Man könnteauch die graue Farbe wählen, da sie wohlfeiler ist, und rothe Weste— weiß und schwarz bleiben ohnehin — so wären wir veredelte Dom-pfaffen. Indessen, wenn ich nach den Kokarden schließe, so zweifleich fast am deutschen Nationalkleide, nicht wegen der Hanptschwierigkeit,daß wir keine Nation sind, sondern weil gar Viele ihre Kokarde soklein und versteckt trugen, daß man wohl sah, es sei ihnen kein rechterErnst, von der Nation zu sein.
Vor der Revolution trugen recht viele Deutsche schwarze Kokardenmit Gold als bloße Hutzierde, ohne an Nationalabzeichen, oder gar anKaiser und Reich zu denken; ich selbst gehörte darunter und wurde
i Nicht die ZoÜwächter, sondern die öffentliche Meinung soll unsere Grenzen bewachen.