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als der Hof der Louis. Die Stände Frankreichs versammelten sichvor dem Könige 1789, der Adel im spanischen Pomp, die Geistlichkeitin ihrem geistlichen Ornate, und der dritte Stand in schwarzen Man-teln; vor den beiden ersten Ständen öffneten sich beide Flügelthüren,vor dem Bürgerstande nur eine; und wer will sagen, wie viel diesearmselige Etikette auf die Gemüther des aufgeklärtesten und mächtigstenTheiles der Nation gewirkt habe? Louis ließ nach geendeter Redeverkünden: „Es ist erlaubt, sich zu bedecken," was nur die beidenersten Stände anging; aber Mirabean drückte seinen Hut tief insGesicht, und alle Volksdeputirte folgten. Welche hochadelige Augenund Nasen! Der Stand, der zuvor knien mußte, nun sogar be-deckt! Minister Roland ging bald darauf nach Hofe mit rundemHute und in Bänderschuhen; der Hofmarschall erblaßte; kaum konnteer noch gegen Minister Dumouriez die Worte hervorbringen: Hi,Sans Vouvlss! und Dumouriez seufzte komisch: tont sst xorckii!*
Kleinheit sucht nur zu gerne hinter äußern Prunk und großeTitel sich zu verstecken. Dies war der Fall mit der Etikette an klei-nen Höfen bis herab zu Jnsiegeln, und hatte der Kleinherr gar dasUnglück, eine Gemahlin aus einem größern Hause zu bekommen, sostieg die Etikette, und mit ihr die Schulden. Ein Reichsgraf heira-thete eine Herzogin; nun mußte an allen Mobilien und Gemäldendie Grafenkrone der herzoglichen Platz machen; sein Bruder Nach-folger, den ich nennen möchte, meiselte selbst gleich in den ersten Tagenalle diese Kronen hinweg. Ein gewisser Fürst ließ, ehe er seinenStaatswagen zur Krönung bestellte, recht vorsichtig das Maß vomFrankfurter Thor nehmen, und ein anderer gerieth in Verlegenheit,als einst ein adeliger und ein bürgerlicher Hofrath, welchen letzter«er gerade am meisten achtete, an einem Sonntag an seinen Hofkamen; der bürgerliche konnte herkömmlich nicht mit dem Hofe zurKirche fahren; was zu thun? Der Kabinetssekretär mußte ihm dieBibliothek und die Kupferstichsammlung zeigen; darüber wurde dasKirchengeläute (und recht gerne) überhört, und der Hof fuhr glücklichab. Der Hof fuhr in einem alten Staatswagen von der KrönungCarls ^1- her mit vier alten Rappen von Sooobi, ^ langsam, wie inTrauer; der Hofverwalter eröffnete den Zug, dann kam der Kammer-diener, zwei Hofjäger, zwei Husaren, zwei Heiducken, und dann dieübrige Livräe 4—6 Mann; folglich war das ganze Städtchen am* Ach, ohne Schnallen! — Ach, Alles ist verloren! — ? Mit Quasten.
Temokntos. Vlll. 8