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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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daß es eines Schwedenkönigs Schuldigkeit ist, ein freies Volk zuehren." Aber die Höflinge und Zeitungsschreiber schrieben: „DerHof wartet jeden Sonntag Seiner Königlichen Hoheit in HochderoAudienzzimmer, wo Höchstsie in einer Paradewiege liegen, allerunter-thänigst auf; wegen der Blattern wurde jedoch letzten Sonntag dieCour abgesagt." Die unglückliche Niederkunft der Erzherzogin Her-mine 1817 erregte die gerechteste Theilnahme; aber konnte man ohneLächeln deutsche Zeitungen lesen, die da schrieben: „„Birly nahm dasKind mit dem Instrumente und es war eine Erzherzogin ganz beiLeben; es zeigte sich ein zweites, das hervorgeholt werden mußte, eswar ein Erzherzog; die erhabene Prinzessin starb, aber die durch-lauchtigsten Zwillinge befinden sich im höchsten Wohlsein." Wasdeutsche Zeitungen vom Könige von Rom sagten, ekelt mich an abzu-schreiben.

Sollte man es möglich glauben, daß Napoleon und seine Familienach Gelangung zur Kaiserwürde sich förmlich in Etikettenrollen übtenin den Zimmern der Kaiserin? Josephs Gattin bestand die Probenam schlechtesten, und Napoleon fuhr auf sie ein: „Sie werden unsnoch Alle lächerlich machen; ist's denn so schwer, eine Prinzessin zumachen?" „Ach," erwiderte sie weinend, „es ist ja das erste Mal, daßich Komödie spiele." Napoleon liebte den Pomp — war das groß?Es ist kaum glaublich, was man schrieb, daß der Held unserer Zeitals Exkaiser in sein kleines Hotel zu Elba einzog unter einem Thron-himmel von altem Scharlachtuch, mit neuem Goldpapier verziert, undbegleitet von seiner Suite und einem Mufikchor von drei Violinenund zwei Baßgeigen.

Die Etikette baut Thore von Brettern und Tannenzweigen, ver-ziert mit Bändern, Blumen, Inschriften, Wappen rc.; sie heißenTriumphbogen. Douai soll beim Einzüge Carls V. einem Gehenktenein frisches Hemd angezogen, und Schilds den Galgen selbst zumTriumphbogen benützt, verkleidet und dem Gehenkten als Fama eineTrompete ins Maul gesteckt haben. Aber man nehme einer Stadt ihreverrosteten Schlüssel und hölzernen Ehrenpforten, ihre Kanonen undOellampen und weißgekleideten Mädchen mit Blumen, wo soll sie mitihrer Freude hin? Bei der großen Illumination Londons 1814 bliebdas Quartier, wo die Kosaken lagen, finster, denn sie hatten den Oel-vorrath zum Salat genommen und ausgesoffen, und manches deutscheStädtchen ist vielleicht noch heute sein Jlluminationsöl schuldig. Inunsern Zeiten waren bei dem ewigen Regierungswechsel die Freuden-