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verfolgte einen armseligen Libellistcn mit Steckbriefen und einer Wuth,der nur die gleich kam, mit der ein kleiner Graf der Wetteran einenähnlichen Schmierer, der seinen trefflichen Stoff nicht einmal ins rechtekomische Licht zustellen verstand, zu entdecken suchte, verjagte undbrodlos machte; sein Kanzleidirektor sprach von dieser Heldenthat, wieCicero von der Verschwörung Catilina's.
Der große Mann der großen Nation zeigte sich sehr klein beiden Spöttereien der Britten, beinahe so klein, wie der Herr Amts-schreiber zn N., der über eine an seine Thüre geklebte Schmähschriftseinem Pudel die Beine entzwei schlug; am andern Morgen war einzweites Pasquill an der Thüre nebst einem Recept für den Pudel;der Herr Amtsschreiber erließen einen wüthenden Bericht an Serenis-simum, ergriffen statt des Streusandes das Tintenfaß, und Tintefloß über Papier und über die weißen Hosen der Amtsuniform sogar,und er kam außer sich. HanS Stoffel mußte nun Nachtwache halten,der Herr Amtsschreiber selbst blieben wach, und spät nach Mitternachtmeldete Stoffel gehorsamst, daß Niemand weit und breit zu hörenund zn sehen sei, der Hahn schon gekräht habe und alle Lichter schonverlöscht seien. „Dummes Vieh, du bleibst auf deinem Posten, bis esTag ist," schrie der Herr zornig, und siehe, da sich Stoffel langsamumdrehte, war ein drittes Pasquill, muthwilliger als die vorigen, aufseinen Rücken geklebt, nebst einem Recept, Tintenflecken aus Amts-hvsen herauszubringen!
In der Regel verwechselt man die Begriffe Satire und Schmäh-schrift und nimmt sie wohl gar für gleichbedeutend; aber nur der, derdie Züge der Satire, die sie allerdings wirklichen Individuen abbvrgt,um desto wahrer zu sein, auf den Einzelnen anwendet, verdreht, ver-größert und idealisirt, der wohl gar unter dem tiefsten Jncognito undin der niedrigsten Absicht einen Redlichen kenntlich genug bezeichnetund ehrlos zn machen sucht, nur der ist Jnjuriant und verächtlicherVerleumder; wer mag ihn und sein giftiges Produkt in Schutz nehmen?In jedem Lande, wo Denk- und Schreibfreiheit herrscht, wird esPasquillanten geben, die der Justiz entwischen, weil die Grenzezwischen öffentlicher Anklage, launiger Satire und dem bübischenMuthwillcn in einzelnen Fällen sich schwer bestimmen läßt. Aberwehe dem Lande, wo es gar keine Aufseher über diese Grenze gibt!Es geht dann wie in Holland zur Zeit des edeln Braunschweig, woPasquillanten der plumpsten Art auftraten, wie einst zu Athen dieSophisten. Wenn indessen je die Wahrheit auf unsere Erde herab-