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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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XV.

Die Franzosen.

Die Franzosen mögen den Völkerreihen eröffnen und stehen wenig-stens in diesem Buche mit Recht obenan als kindlich sanguinischeNation. Das Wort Franzose ist zwar ein verstümmeltes t?ranMis,und Frankreicher scheint mir deutscher — Franzose erinnert nochnebenbei die Deutschen an eine ekelhafte Krankheit — aber da dasWort so wenig Glück gemacht hat als Franken, so bleiben wir beimalten. Der Franzosen milder Himmel, ihre herrlichen Weine, ihrweißes Brod, ihr geselliges Leben mit Allen, mit Weibern und altund jung, selbst ihr ooin an ksu, d. h. ihre Kamine, erzeugen undunterhalten ihren unverwüstlichen Hang znm Frohsinn und zur stetenMunterkeit. Sie lachen, wo Andere weinen oder vor Wuth knirschen,und so war es vor, in und nach der Revolution bis auf den heutigenTag. Ihr geselliger Charakter und ihr Bienengehorsam gegen denWeisel (die französischen Lilien sind eigentlich schlecht gemalte Bienen)erklären alle Erscheinungen ihrer Geschichte und ihres Lebens. Siesind Kinder, und ein Bouillon kurirt Alles.

Diese Kindlichkeit, oder wenn man lieber will, Weiblichkeit desCharakters ist ihre Haupteigenheit. Ihre Sitten, ihre Literatur, ihreganze Philosophie haben das Gepräge des Weibersinns, d. h. dasGepräge des feinen, leichten, zierlichen und oberflächlichen, denn Weiberherrschen in Frankreich mehr denn anderwärts. Nur das Gegenwär-tige rührt sie, das Vergangene ist vergangen und vergessen, und dasKünftige kümmert sie nicht. Unflat, unruhig, ungerecht, immer zwi-schen dem Zuviel und Zuwenig hin und her schwankend, sind sie keinerstätigen Freiheit fähig und also auch keiner würdig. Ihre neueste Ge-schichte und ihre neueste Coustitntion hat dies abermals bewiesen, undbald werden die, die wir als wilde Republikaner gesehen, ihr WortRoi und Xoblssss wieder mit einem Nachdruck und einer respekts-

t In jedem Jahrhundert haben die Franzosen stets und überall damit angefangen Mbezaubern, und damit geendet, Abscheu zu erregen.