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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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und des Nachts-, während diese von ihren Thaten ausruhten, entwischtendie Räuber sämmtlich.

Konnte Napoleon den Militärgeist bei einer verweichlichten Nationwieder zurückrufen, dem die Eugene und Montecuculi, die Spinola,Caprara und Piccolomini angehören, warum sollte man nicht auch dieMord- und Rachelust verbannen können, die offenbar weniger imcholerischen Temperamente, als in elender Pfaffenerziehnng undschlechter Polizei zu suchen ist? Es wird keine Dolch- und Messerstichemehr geben, wenn man das Tragen der Dolche und großen Messerverbietet, die Polizei die Herumstreicher aufgreift, und Mörder ausKirchen und Klöstern zum Galgen führt. Aber wo mehrere Menschenjährlich den Hungertod sterben, wie in der verpesteten Campagna diRoma, da werden selbst Strafen wenig über Raub und Mord ver-mögen, denn Noth hat kein Gebot. Fröhlichkeit und Mitleiden sindGrundzüge des italienischen Charakters, und diese finden sich nie beiwahrhaft bösen Menschen und grausamen Charakteren. Der Italiener-ist von Natur ein herrlicher Mensch, genial, und eben dadurch her-untergekommen, und Italien bleibt ein Paradies von Teufeln, wenndessen Regenten Mönche oder Monchskncchte bleiben und Rom derSitz der Vergebung aller Sünden. Alle Unruhen Italiens und seineBielherrschaft rühren im Grunde von den Päpsten; sie erreichten nieihren Zweck, Herren von Italien zu werden, hinderten aber Anderedaran, das schöne Land, so trefflich gelegen, zur Nation zu machen,was die Natur gebietet. Was Italienisch spricht, muß einer Nationsein, und so wird es werden; Italien wird höher noch stehen als Spa-nien, wenn Ketzer nicht mehr synonym sein wird mit Lestia (Thier).

Die Vereinigung der italienischen Staaten in größere Massenwird Vieles thun, und so auch den Haß heben, der sonst so großeNationallächerlichkeitcn darbot, wie unser liebes Vaterland aus dem-selben Grunde. Die bekannte Liste der sieben Cardinalsünden verlegteden Hochmuth nach Genua, den Geiz nach Florenz (unsere altenDeutschen waren anderer Meinung und nannten das, was mangriechische Liebe nennt, Florenzen), die Ueppigkeit nach Ve-nedig, den Zorn nach Bologna, die Fresserei nach Mailand, denNeid nach Rom und die Faulheit nach Neapel, und sie neckten sichdamit wechselweise. Ein Römer machte ein noch umfassenderes Ge-mälde. Der heilige Michael zerschmettert Lucifer, und dessen Füßefallen nach Frankreich, das stolze Haupt nach Spanien, seine diebischenHände nach Neapel, sein Magen nach Deutschland und seine Schau: