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Ohne eigentliches Vaterland, folglich ohne Patriotismus, bandden Deutschen noch vor Kurzem nichts an den deutschen Bruder, alsder Name und die Sprache; die Zeit war sogar nahe, wo selbst diesezu den todten Sprachen gezählt zu werden drohte. Deutsche Buchstabenhatte der Deutsche längst willig den Fremden geopfert gegen lateinische,wie früher seine schönen deutschen Vornamen, nicht bloß um die Bibel-und die Heiligennamen, sondern selbst um griechische und lateinische,und die höhere Welt nm brittische und französische Namen. Sowieunsere alten deutschen Monatsnamen mehr Sinn haben als die ge-bräuchlichen lateinischen, so haben auch unsere altdeutschen Vornamenmehr Sinn und weit mehr Gemüthliches als die üblichen. Wolfund Bär, Kalm und Sieg will ich nicht anführen, aber Win, dasFreund bedeutete, in Trautwin, Goodwin, Balduin, Wil, gut, inWilhelm, Hard Herz in Gothard, Guthcrz, Erhardt edles Herz, Bern-hard Bürenherz, Leonhardt Löwenherz, Rieh, reich, ausgezeichnet,Balderich durch Kühnheit, Erich durch Ehre, Friedrich durch Sanft-muth, Ulrich durch Adel und Güter; wie schön predigen nicht dieNamen Ehrenfried und Erdmann? Und die schönen WeibernamenAdela, Adeliese, Bertha prächtige, Emma emsige, Hela Beglückerin,Hulda, Jdda, Otta, Rosamund, Thekla, Thusnelde, Willa? Wie ab-stechend dagegen Barbara Barbarin, Maria die Bittere, Ursula dieBärin? — Jeder Vater, der sich vor der heiligen Taufe in Namen-verlegenheit befindet, suche, statt im Kalender der Heiligen, inBmeckens Teuto. Erlangen 1816. 8.
Die herrliche Sprache der Germanen ist reicher als viele Millio-nen ihrer Abkömmlinge wissen. Wie malerisch ist nicht die Wandlungdes männlichen T. in das weibliche D? Aus dem Atta Vater ge-staltet sich die Mutter Edda, Jda die Tochter, Otto der Sohn oderStammhalter, und Utta die Altmutter, wie Utto der Altvater. Vonder Liebe zur Muttersprache liegt die Liebe zmn Vaterlande nicht weiterentfernt, als von der Zunge das Herz; wird sie, unsere herrliche Sprache,Wohl bald ganz tafelmäßig werden? Ich hoffe es, und dann werdenwir auch aufhören, die Allerweltsnation zu sein, die daher beinahe jedesLand anders nennt: Allemands, Germans, Tedeschi oder gar russischeNieinetz, wie der gemeine Mann das Niemand bei uns ansspricht. —Wir müssen wieder Germanen werden, Wehrmänner (^ar, Zuerre,Auerra); bis jetzt wissen wir aber selbst nicht recht, wie wir unsschreiben sollen: Deutsche oder Teutsche?
Das Wort Deutsch kommt V0m angelsächsischen theodan, verbinden,