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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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schollen sind, haben sich unter dem Schutze der Armuth und eineshärtern Klima's nach dem hohen Norden geflüchtet, wie manche Wur-zelworte unserer Sprache, und die blauen Augen, blonden Haare undder hohe Wuchs der tapsern Germanen; Sittenrcinhcit und Gutmüthig-keit, Wohlthätigkeit und Gastfreiheit, Sicherheit und Einfachheit herr-schen noch im hohen Norden, und bei großer Armuth und Brod vonBaumrinde finden sich weder Räuber, noch Diebe, noch Bettler. DaSschwere Kupfergeld macht die Schweden zu halben Spartanern.

Norwegen ist eine zweite Schweiz, und die Menschen noch unver-dorbener. Seine romantische Nadir, seinen mitternächtlichen Himmelmuß man selbst sehen. Die Zahl der Sterne scheint verdoppelt, dieMilchstraße ein Silberstrom, und der Schnee, der die Strahlen desVollmondes zurückwirft, glänzt wie Diamanten, die Sonne strahlt umMitternacht im Wechsel mit dem Nordlicht. Hier findet man nochMänner von hundert Jahren, die tanzen, und Männer, die uns be-weisen, daß die tapfern Riesen des Cäsar und Tacitus keine Fabelsind. Von hier zögen im Mittelalter die Normänner aus, der Schreckender Meere und des ganzen Südens, die Entdecker der schettlaudischenInseln, Islands, Grönlands und Nordamerikas im Jahre 985.Kräftig und frei sympathisiren sie am liebsten mit den Britten, die sichgleichfalls am Meere nähren, und gerade am wenigsten mit den Dä-nen, ihren alten Beherrschern. Einfacher, frohsinnigcr und freiernähern sie sich weit mehr den Schweden; wie auch ihre Sprache, undsie sind nun Schweden. Das alte Projekt Friedrichs II. ist nun ge-reist; das alte Projekt, wofür er Pommern verlangte, das aber da-mals an Potemkin scheiterte und an Katharinens Weiblichkeit, dieausrief: „Dieser Mann will mich immer führen!" Schweden ist fürsein verlorenes Finnland, wo nur Finnen sind, die, wie die Polen,weit mehr zu Russen passen, reichlich entschädigt durch Norwegen, woauf etwa siebentausend Quadratmeilen 900,»00 germanische Bruderwohnen, und nun mit Schweden einen Staat von drei und einerhalben Million trefflicher Menschen bilden, auf fünfzehutausend sieben-hundert Quadratmeilen, aber leider abhängig vom Nachbar, der siedurch Getreidesperre aushungern kann; und das elende Baumrinden-brod ist ein weit traurigerer Nothbehelf als das isländische Moos.

Der Normann geht mit nackter Brust, nackten Füßen und Eis imBart in seine Wälder, Sturm und Winden trotzend, und schläft imSommer nackt, das Einzige, was er mit dem Italiener gemein hat.Wie die alten Sechelden dem Feiude, geht er dem Bären mit einem