Band 
[Neunter Band. - Zehnter Band.]
Seite
16
JPEG-Download
 

16

! gearbeitet, und sie vermögen den Koloß nicht zu hindern, wenn erseine Füße auf Elbe und Oder, Hamburg und Lübeck setzt und Basch-kiren in Berlin und Wien einrücken, wie einst Gothen in Athenund Rom.

Aber wer will in die Zukunft sehen? Wie kann es 1900 mitden Tataren stehen, welche die Russen hassen bis heute? Kann dieThätigkeit der Russen sich nicht gegen Asien richten, wenn sie mit denTürken in Europa fertig sind, das reichere Asien, das ihnen weitweniger Widerstand leisten würde? Ist es je noch geschehen, daß ein! Riesenstaat so ganz verschiedener Nationen, wenn dessen Kultur einegewisse Höhe erreicht hat, zusammengehalten werden konnte? Könntenicht im zwanzigsten Jahrhundert Sina und Persien und Birma mitEuropa im Staatenbunde sein, wie die Türkei im sechzehnten Jahr-hundert mit Frankreich, und selbst die Staaten von Amerika? EinGleichgewicht der Erde und nicht mehr bloß von Europa? Ohne so etwasNeues traue ich einmal dem Kolosse des Nordens nicht, und wünsche,daß Alexander recht lauge lebe, länger denn ich. Wer einen fünfund-zwanzigjährigen Krieg erlebt hat, mag keinen mehr erleben, und hatV dazu ein Recht.

II.

Die Polen.

Die Polen — dürfen wir sie noch unter die Nationen zählen?Kosciusko war der letzte Pole und Potocki, so wie Philopömcn derletzte Grieche (es gibt nur noch Polackcn) — die Polen herrschten einstvon der Ostsee bis an das schwarze Meer, das eigentliche Preußengehört von Natur zu Polen; ihr Staat zählte achtunddreißigtausendQuadratmeilen und über sechzehn Millionen Menschen. Dieser Staatist nicht mehr, und S. Marino existirt noch.

Polen sind halbe Russen, und daher finden sie sich leichter unter

t Ich falle Ihnen zu Füßen.