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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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und mit ihrem Kris oder Dolch, von Opium berauscht, auf Jeden, derihnen in den Weg kommt, wie Tiger hinzustürzen. Für diese Muk-läufcr oder durch Opium und Baug berauschten Wahnsinnigen mitvergifteten Dolchen bekommt Jeder, der sie niederschießt, Schußgeld.In ganz Indien werden die Blätter des Betclpfeffers mit den Areka-nüssen gekaut, um den Magen zu stärken, die Zähne fest und schönzu erhalten und einen wohlriechenden Athem zu haben; auch hält manden rothen Saft, der Mund und Lippen färbt, für eine Zierde, undein Geringer wagt es nicht, einen Vornehmen anzureden, ohne zuvorBetel gekaut zu haben. Kinder und Greise, Vornehme und Geringexauen Betel und führen ihn mit sich, und das Erste, womit man denGast bewillkommt, ist Betel. Ob Betelgebrauch nicht vernünftiger istals unser Tabaksgebrauch?

Unter allen Völkern Hinterindiens aber, schon für jetzt und nochmehr für die Zukunft, scheinen die Birmanen die wichtigsten zu sein,die durch Muth, Arbeitsamkeit, Wißbegierde und Annäherung aneuropäische Kultur, wie durch Frohsinn und Freimuth vor allenWeichlingen des Orients hervorstechen. Diese Birmanen, deren Staatgrößer als Deutschland ist, aus einem Theile Siams, Ava's, Arraccaund Pegn besteht und achtzehn Millionen Menschen zählt, könntensich leicht zur ersten Nation Asiens bilden. Ihr Carl der Große istder Eroberer Alompra, der sich aus dem Bauernstande auf den Thronschwang, Pegn (dessen letzter König sich todtlachen wollte, als ihmdie Holländer einst erzählten, sie hätten keine Könige) und Siam ero-berte und 1760 starb. Sein Sohn und Nachfolger Zekinmedu schlugmit dreißigtauscnd Mann hunderttausend feige Chinesen.

Die Birmanen werden weder durch Kastenvorurtheile auf erblicheHandthierungen beschränkt, noch durch Religion oder orientalischenStolz vom Umgänge mit Fremden abgehalten, treiben Seehandel undsteigen empor zum reichen, aufgeklärten und glücklichen Volke. DieWeiber sind möglichst frei, und das Verbot der Fleischspeisen erstreckensie nur auf gezähmte Thiere. Das frugale Volk, von aller Ueppig-keit entfernt, scheint seinen Ueberflnß bloß auf die goldenen Dächerseiner gelb gekleideten Bonzen oder Talapoincn zu verwenden, welchedie Religion Budda's predigen, so verbreitet als die Religionen Christiund Mahomeds. Sie haben Cölibat, Mönche und Nonnen, Rosen-kranz und Prozessionen, Fegfener, Ablaß und Beichte, und der Stif-ter Bndda ist von einer Jungfrau geboren.

Die Birmanen lieben Musik und Dichtkunst, und sind geborene