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und Rothquasten. Tibet könnte am ersten der Mönche entbehren, daVielweiberei verboten und Vielmännerei herrschende Sitte ist, vielleichtist aber gerade die Armuth des Landes die Ursache jener Sitten. WoMönche sind, läßt sich wenig Aufklärung erwarten, und daher decktdiese ohnehin von aller Welt getrennten Schnccgebirge der tiefsteAberglaube, und die geschätzteste Wissenschaft ist Magie.
Sonderbar ist die Höflichkeitssitte, Alles mit dem Geschenke einerweißen seidenen Schärpe zu beginnen, noch sonderbarer, daß sie ihreStammeltern nicht von Adam und Eva, sondern von dem Affen Pras-rimpo und der Aeffin Prasrinma herleiten; und so mag es denn an-gehen, daß Laien dreimal zur Erde fallen vor den Priestern und da-bei Nase und Mund zuhalten, um die heiligen Männer nicht mitihrem unreinen Athem zu beflecken, und in und um Cassa sollendreißigtausend Klöster sein. Am allerauffallendsten ist die Religionder Tibetaner durch ihre Achnlichkeit mit dem Christenthum, desLamaismus mit dem Katholicismus, daher Pater Gruber, der unsdiese Achnlichkeit schilderte, nicht umhin kann, diese Nachäffung fürdas vollkommenste Meisterstück des leidigen Teufels zu erklären.
Im ganzen Mittel- oder Hochasien und im weiten Norden weidenNomaden, Mongolen, Kalmüken und Tataren, und diese sind keineNationen mehr seit dem Tode der Dschingiskhaniden und Cublai,sondern Nomadenhorden, von denen alles Unglück und alle Verwir-rung unseres Mittelalters herrührt. Hier in dem Sarmatien undScythien der Alten tummelten sich der Geschichte unbekannte Völker;aber die Ruinen zeigen, daß hier ehmals reiche und auch gebildeteVölker gelebt haben müssen, und vorsündfluthliche Denkmäler der Na-tur sind noch häufiger. Von der weiten ungeheuren Mongolei wissenwir weniger, als von Sibirien, Amerika und Afrika, von diesemRiesendamm, den die Natur zwischen das nördliche und südliche Asiengezogen hat, wo die Quellen des Ganges und Brahmaputra, ^ desHoaugho und Kiang, des Jrtisch und Obi sind, und wo zu der hohenLage noch ein salz- und salpeterreicher Boden kommt, um die strengeKälte zu vermehren. Hier weiden auf etwa hundertundfünfzigtausendQuadratmeilen unabhängige Bölkerstämme unter erblichen, aber mchren-theils eingeschränkten Khanen ihre Heerden von Kameelcn, Hornviehund Schafen, oder jagen die zahllosen Schaaren des hier in denweiten Steppen gedeihenden Wildes; nur die Bucharen haben einigenKnnstfleiß und Handel. Hier tummeln sich Karakalpaken, Kirgisen-i Richtiger, S. 92 , in Tibet.