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verliert sich mit Wehmuth in der Betrachtung, welche wohlthätigeFolgen es gehabt haben müßte, wenn diesen großen Nationen Anneri-ka's noch einige Jahrhunderte Frist zum Fortschreiten in eigent'hüm-licher Bildung gelassen worden, oder wenn nur Schiffe milder han-delnder, kleiner Staaten zuerst gelandet wären in den unglücklichenReichen Moutezuma's und Atahualpa's, deren Ruinen unsere Be-wunderung erregen, und stets Beweise großer Kultur bleiben werden,was auch Paw und zum Theil Rayual dagegen sagen mögen. Wert-hold hat uns in siebenzehn Zeichnungen (Meiningcn, 1824) die großeUrstadt Guatimalas, Huchuetlapallan, eine phönizisch-carthagische Pflanz-stadt, kennen gelehrt, wie in Nordamerika Kalm unbekannte großeRuinen, vielleicht aus der Zeit der Mongolen, Normänner und Car-thager. Genug, wir wissen nichts.
In den wärmeren und heißeren Gegenden Amerika's, wenn sieauch gleich keine afrikanische Hitze haben, wie in den feuchten, naß-kalten arten Europäer aus, so gut als in Aegypten, an der Küste vonGuinea, am Kap und in Ostindien, so gut als Griechen und Römerin Asien, und die Germanen in den römischen Provinzen durch Klimaund Boden, durch Vermischung mit Eingeborenen und durch Annahmeihrer Sitten. Aus den Helden der Kreuzzüge, der Bewunderung derSarazenen, entstanden verächtliche Pullanen, die da mit Eingeborenengezeugt wurden, wie in Amerika Creolen, Mulatten und Mestizen.Hier schleichen Europäer umher, blaß wie Sterbende, matt und schlaffwie Kranke, und mit ihrer Kraft stirbt auch der Edelmuth.
Alle Creolen sind träge und weichlich, lieben die Ruhe und dieVergnügungen der Sinnlichkeit, und scheuen das Fußgehen wie dieOrientalen. Ihr Geist reift zwar früher, aber er schläft auch früherwieder ein und flieht die Anstrengung, und daher haben wir so wenigausgezeichnete Amerikaner. Die Weiber sind geistreicher als die Män-ner, aber ungeheuer sinnlich. Die schamlosesten Anträge an Frauengelten sür Beweise von Artigkeit; ganz unbefangen erkundigt man sichbei Besuchen nach dem Befinden eines Angesteckten. Die meistenCreolen verheirathen sich lieber hinter der Kirche, um mit einer Mu-lattin oder Negerin zu leben, die weniger beschwerlich sind, und dieBuhlkünste aus dem Grunde verstehen. Mönche und Nonnen habenin Südamerika ihre öffentlichen Geliebten ohne Aergerniß. Bei diesemleichtsinnigen Flottleben kommen die größten Reichthümer selten aufdie Enkel, und Wüstlinge sind in der Regel gemüthlos und grausam.Was sich in Amerika allein veredelt, ist — das Schwein.