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[Neunter Band. - Zehnter Band.]
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Verträge schließen, welche so wenig Ewiges haben, obenan, die Diplo-maten, die übel daran waren, so lange der neueste und berühmtesteGallier, wie Brennus sein Schwert in die Wagschale legte; erst mitdem Wiener Congreß stand die Diplomatie wieder von den Todtenauf, löste manche Frage, nur nicht die, ob das stehende Gesandtenheerden Finanzen nicht ebenso wehe thue, als das stehende Soldatenheer?Das Departement der auswärtigen Angelegenheiten wird als das ersteangesehen; im dummen Mittelaltcr hielt man das des Innern dafür;jetzt sind es die akkairos stran^öres ; * und das air atkairs wissen sichdie Acteurs auch zu geben, selbst wenn sie bloß eine Etikettesache, eineGeburt oder einen Todesfall t» xetto haben; die Altgläubigen haltensich daran, wie das Volk und beurtheilen den Hebel nach der Last;Mathematiker aber wissen, daß man große Lasten mit geringen Kräf-ten heben kann. Ein Franzose nennt die Diplomatie la vsrols äosState, 2 was zu weit gegangen ist; aber sollte der Wunsch eines red-lichen deutschen Patrioten jakobinisch sein, daß unsere Bundesstaatensich mit einem Bundestagsgesandten Oesterreichs und Preußens, außer-ordentliche Umstände ausgenommen, begnügen möchten?

Es gibt in der Staatswissenschaft wie in der Religion Freigeisterund Altgläubige und förmliche Pietisten, und die Politik hat nochüberdies ungemeine Aehnlichkeit mit dem Spiel, eine Mischung vonKenntniß und Zufall; der geschickteste Spieler kann verlieren, wennein nicht zu berechnender Zufall die Karten mischt. Die Freigeistergehen so weit, daß sie in der Diplomatie nur Spionerei und Betrugerblicken, in Diplomaten die Auguren der Alten, die durch Kleinig-keiten, durch Diners und noch etwas wirken, und deren Berichte ingeheimer Chiffre doch oft weiter nichts enthalten, als daß Seine Maje-stät an Unverdaulichkeit gefährlich darniederlägen, Der oder Die ge-genwärtig Alles gelte u. s. w., was immer dennoch besser ist, als wennaus ihren Evangelien Kriege auflodern, wovon man Beispiele habenwill, daher schon ein älterer wackerer Politiker zu einer Hanptbedin-gung des ewigen Friedens machte: „keine residircnden Gesandten!"Friedrich Wilhelm I-, der große Männer zu Ministern hatte, die erstdurch Verdienste geadelt wurden, vergrößerte und bereicherte seinenStaat in aller Stille; die Gesandten aber hielten sich bloß an seinenlangen, steifen Zopf, an seine ewigen Erbsen und Speck und an seinePotsdamer, und lachten; hätten sie auf wichtigere Dinge geblickt, sohätte Friedrich Schlesien nicht erobern, wenigstens nicht behalten kön-> Auswärtige Angelegenheiten. — 2 Die Lustseuche der Staaten.