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und es liegt viel Wahres darinnen. Aber muß man darum es iiszur vollständigen Barbarei treiben? Brod! Brod! Geld! Ged!Registratur, was Literatur! Man könnte lachen, ihnen sogar oftRecht geben, aber es wird traurig, wenn solche Männer durch Anus-stuben und Kollegien emporkriechen bis zum Ministerium des Kultus;sie ahnen gar nicht den hohen Geist der Wissenschaft und ihren E n-fluß auf Wohl und Wehe des Staates und der Menschheit, den holenWerth der Denker, .ohne welche wir noch heute Bestien wären undSklaven der Pfaffen und großer und kleiner Despoten. Die Leutchengehen, wie mancher gute Landprediger, nur mit der Zeit fort, wemsie sterben.

Worauf gründete sich der abscheuliche Geschäftsstilns, die seiten-langen Perioden, ellenlangen Worte und lateinischen Brocken? AufMangel an Geschmack und dieser wieder auf jene literarische Barka-rei, die noch überdies zu roher Sinnlichkeit und zuletzt zur gänzlichenGeistes- und Hcrzensleere führt. Sonneufels bemühte sich zu Wienbesser zu schreiben, und man sagte ihm: „Ihr Deutsch ist lutherischdeutsch." In einem katholischen Kabinette fand man (1792) an meinemersten Aufsatz durchaus nichts zu tadeln, als den Mangel des Geschäfis-stilus: „Sie haben noch keinen Geschäftsstilns!" Ein anderer Aufsatz,wobei der Minister Gedrängtheit ausdrücklich empfohlen hatte, dakerich ihn in einen halben Bogen drängte, kam zurück mit einem Muster-aufsatz von einem ganzen Bogen. „Nicht in der Seitenzahl liegt derHund begraben," rief der Minister, „sehn Sie, in den Perioden;schauens, Sie haben fünfzehn Perioden ha! ha! hier sind nur drei!"

Es ist ein Uebel, aber selbst dieses Uebel hat wieder sein Gutes;eine vielseitige Ausbildung macht den Dienstmcchanismus unerträglich,denn unter tausend Rädern, wenn sie auch alle deutschen Rathsgra-dationen haben, ist kaum eine Triebfeder, und jene tausend Rädersind daher mit ihren bloßen, auf ihr Fach beschränkten Kenntnissenund ihren eingelernten Formen immer glücklicher; sie fühlen nichtsHöheres, entbehren es also auch nicht, selig am Abend ihres Tagewerksan der Tafel, am Spieltische oder im Bette, und werden dick undfett, während das Genie verzweifeln möchte. Die Routiniers konntendurchaus Friedrichs Befehl: „daß künftig alle Berichte nur eine Seite

1 Um klug zu werden, gab den Geist er hm.

Er kam damit zu Stand; wie sehr beklag' ich ihn.