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badern von der Stelle, wo so viel Nützliches gestiftet werden kann, wo-von natürlich der Kapuziner nichts wußte, der Spruch auf Spruchhäufte, und jedesmal schloß: äivit Salvator noster, * woher dann dasWort Salbadern gekommen ist. Es gibt auch keine stundenlangenPredigten mehr, die aus den Zeiten stammten, wo Predigten dieHauptsache waren, an denen doch in der Regel das Ende das Bestewar. Prediger Reimann zu Magdeburg in der Mitte des siebenzchn-ten Jahrhunderts predigte stets anderthalb Stunden, und hatte einenZettel an seiner Kanzel: „Langsam, Alter, langsam!" nnd was anTiefe abging, ersetzte er durch Länge. Cicero erwiderte auf die Frage:„Welche Rede des Demosthenes ist die beste?" „die längste"; — hierhätte er geantwortet: „die kürzeste." „Voriges Jahr machte er es inseiner Osterpredigt besser," sagte ein Witzkopf von einem Obersuperin-tendenten. — „Ei, da predigte er ja gar nicht!" — „Das meine icheben." Aber nicht theuer genug könnte man Prediger zahlen, wennsie so beredt wären, als Bourdaloue's Fastenprediger. „Er ist weitberedter als ich," rühmte dieser; „seine Reden machen, daß man daswiedergibt, was man in den meinigen gestohlen hat." Die Sanduhrauf der Kanzel spielte noch zu meiner Zeit ihre Rolle, und ein alterDorfpfarrer drehte beim dritten Theile solche freundlich mit denWorten: „Nun noch, Geliebte und Andächtige in Christo, das dritteund letzte Gläschen!"

Unsere jüngeren Prediger scheinen gegen diese Alten wahre Postil-lone des Evangeliums zu sein, so geschwind nnd kurz machen sie Allesab. Bahrdt hatte kaum die Hälfte seiner Predigt ohne alles Conceptbegonnen, als ein furchtbares Gewitter sich hören ließ; er stockte ohne-hin, horchte aber ehrfurchtsvoll auf die Stimme des Himmels, hobbei der ersten Stille die Hand empor und rief: „Herr, wenn du sprichst,muß dein Knecht schweigen!" und sprach Amen! Vielleicht hat nieeine Predigt so erhaben geendet. Es gibt Redefiguren, die in derThat nicht zu verachten sind; so macht plötzliches Stillschweige»ungemeine Wirkung, was mein unvergeßlicher Hofprediger wohl wußte,wenn wir Knaben im Chor zu laut wurden; selbst Schlafende erwachendarüber. Lichtenberg schlägt einem Redner auch einen hohen Absatzam Schuh vor, um sich auf einmal größer zu machen, und gewiß würdediese Figur zu rechter Zeit große Wirkung machen, auf der Kanzelweniger, als in ständischen Versammlungen, wo der Redekunst nichtgenug aufgeholfen werden kann. Mein alter Freund Landprediger

> Spricht unser Erlöser.