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viel besser gemacht zu haben. Wir zerbrechen uns oft den Kopf überdie Beweggründe vertrauter Freunde, und wir wollen die Beweggründeschlauer Politiker und Rollenspieler kennen? Wenn sie es auch selbstnicht immer wissen mochten, so versteckte doch die Mehrzahl die egoi-stischen Ursachen oder ihre Verdorbenheit in die finstere Nacht desSchweigens, und so lassen dann viele Geschichtschreiber, um rechtpragmatisch zu sein, ihre Helden handeln, wie sie allenfalls an ihrerStelle gehandelt haben würden, oder legen ihnen Gründe unter, wiedie Mannweiber höflichen Damenmännern unterzulegen Pflegen, umeigener Meinung desto mehr Gewicht zu geben, die jene aber oft ent-ehren. In Beziehung auf die kleinen Ursachen geschichtlicher Auftrittegilt der Satz ganz: Nunäns rogitur xarvs, sapisntia. *
Die Natur gründet Inseln im Meer durch Polypen, der Regen-tropfen höhlt Steine und Felsen, aus der Eichel sproßt der BaumJupiters; so sind die kleinen Ursachen in der Geschichte so wichtig,als in der Moral, worüber unser Reinhardt besser geschrieben, alsUioksr sur los granäs svoaswens xar los xstitss oansss. ^ Diesekleinen Ursachen sind oft Weiber, Ministerhaß, Eifersucht, Schwacheoder Schläfrigkeit eines Feldherrn, oder Langweile des Regenten,selbst ein bloßes Bonmot! Welche Geschichtswunder haben nicht Wechsel-heirathcn, ein wenig Scharlatanerie, ein schöner Körperbau rc. hervor-gebracht! Diplomaten lachen vielleicht über Pater Eustachius, derzu Rom die Abschneidung der Bärte der Vater Augustiner mit Glücknegocirte; aber es brauchte vielleicht ebensoviel Gewandtheit oder Fleiß,als bei den Geschäften des wcstphälischen und Wiener Friedens und derCongresse unserer Zeit. Es braucht nicht immer großer Kräfte zugroßen Resultaten; schon manchmal hat ein dummer General gesiegt,weil sein Gegner noch dummer war, und mancher kleine deutsche Fürstund Graf machte sein Ländchen blühend und glücklich ohne anderesDenkmal, als in den Herzen der dankbaren Bewohner, da die Geschichtenur geräuschvolle Begebenheiten der Nachwelt überliefert. Vaucansonhatte als Knabe Langweile während der Beichte seiner Mutter; eruntersuchte eine Wanduhr, und wurde der Mechaniker Vaucanson.Ohne Liebe hätten wir keinen Corneille und Hogarth, ohne Wilddieb-stahl keinen Shakspeare, ohne des Großvaters Theatersucht keinenMoliöre, ohne Cromwells Tod keinen Milton, und ohne Thorsperrekeinen Rousseau. Schillers Dichtergenius erwachte zuerst über einer
l Die Welt wird durch wenige Weisheit regiert. — 2 Ueber die großen Folgen kleinerUrsachen.