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faltig wie eine Nachtigall, die vom Baume herab ihre Falle stellensieht, aber dennoch herab- und hincinhüpft. Aus Eitelkeit wollen sieAlles wissen, und machen es wie Matthcis: er bricht das Eis, undhat er keins, so macht er eins. Aus Eitelkeit bleiben Viele, vorzüglichDichter, gern ehelos (jedoch auch oft aus Dürftigkeit) und schnitzensich, gleich Pygmalion, ein Bild aus Elfenbein, woraus sich Soldatenund Andere lieber Pfeifeurohre oder Billardkugeln gemacht hatten;zuletzt aber heirathen sie ihre Mägde, an denen sie doch bereits satt-sam die Vorzüge der Weiblichkeit erprobt hatten.
Viele treiben die Eitelkeit so weit, daß sie nur in ihrer BibliothekBesuche annehmen, und ich kannte einen armseligen Doktor, der Bücherellenweise in der Auktion um ein Spottgeld kaufte, mit dem wohl-feilen Nvieuis äs Graues eine ganze Wand tapezirte, was man auchmit der bessern deutschen Bibliothek jetzt wohlfeil thun kann, undnicht wenig stolz war, wenn Gaffer seine schöne große Bibliothek be-wunderten. Reiche können freilich noch weiter gehen, und auch aufPrachtbände sehen, wie ein gewisser Reichsgraf, der die Theologenin schwarzen Corduan, die Juristen in rothen, die Aerzte in dreck-sarbigen, die Oekonomen in grünen, die Schöngeister in himmelblauen,die Philosophen in grauen und die Historiker in buntscheckigen Cor-duan gebunden hatte, alle reich vergoldet. Sein alter Kammerdienerwar Bibliothekar, der kaum schreiben und lesen konnte; er hatte ge-messenen Befehl, nie anders als mit Handschuhen zu kommen, undseine einzige Verrichtung war hier wohl, den Staub abzukehren, wieweiland vom Kleide und den Stiefeln seines Gnädigsten. Ich äußertemein Befremden, daß ich keine mathematischen Bücher sähe, und erverstand wohl meine Meinung nicht, als ich ihm noch sagte, daßvorzüglich arithmetische Bücher seinem Herrn am nützlichsten seinwürden.
Der Gedanke: wie Viele leben, die nichts schreiben, und dochbesser schreiben könnten als ich, welche Geschäfte, Vergnügungen,Weiber, vielleicht bescheidenes Mißtrauen in ihre Talente, abhalten, —könnte viele Gelehrte von ihrer Eitelkeit vielleicht heilen, oder auchder Gedanke: unter dreißig Millionen Deutschen werden selbst guteWerke kaum von tausend Menschen gelesen! Ernste wissenschaftlicheWerke dürften wohl im Durchschnitt kaum auf fünfhundert Abnehmerrechnen; gute, wenn auch nicht gerade wissenschaftliche, etwa auf 1500bis 2000, wenn anders die heillose Schmiererei der Zeit nicht Vielekopfscheu gemacht hat, und auf die zahllosen Lesekabinette gerechnet