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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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nyfius Schwert schwebt auch über dem Haupte des auf Goldlackenruhenden Handelsherrn. Und sollte man es Buchhändlern, die jaauch Kaufleute sind, verargen, wenn auch sie Conjuncturen zu benützensuchen? Ein solcher Schlaukopf hat mich über die Maßen geärgert;jetzt will ich lachen und ihn vor mich stellen: „Herein!" — Ab! —„Ich wollte Sie doch einmal wiedersehen, da ich hier durchpassire."Gewisse widrige Familienverhältniffe waren eingetreten, die das Ge-rücht sehr vergrößerte; er glaubte mich in Geldverlegenheit, und er,der sich meinen alten Freund nannte, wollte die Conjuncturen be-nützen; er war expreß gekommen, er wußte, was ich längst zum Druckliegen hatte, sein Auge schweifte auf den Handschriften umher, wiedas Auge eines spekulirenden Juden, und errieth. Ich schwieg, damußte er endlich mit der Sprache heraus: „Wie viel wollen Sie?"das alte Gewöhnliche, und er schwieg; ich bin Pressirt, wir schreibenuns. „Aber mündlich ließe sich ja alles besser und kürzer abmachen?"Ich bin Pressirt, und fort war er! Nun machte aber der alte Freundseine Unverschämtheiten schriftlich: er, der mir vor vielen Jahren, ohnemich persönlich zu kennen, bewilligte, was ich verlangte, ohne Einsichtder Handschrift, bot jetzt weit weniger unter dem Vorwand, daß manfür ein bändereiches Werk nicht geben könne, was man für einenBand gebe. Ich sandte die Handschrift unter der Bemerkung, daß ichdiese Bedingungen eben nicht ehrenvoll fände, aber von der Güte desWerkes so überzeugt sei, daß ich glaube, er werde es nicht zurücksen-den; er wurde immer unverschämter. „Ich halte mich nur an denersten Theil, macht er kein Glück, muß ich zurücktreten dürfen; esgibt Krieg, Krieg, das wissen Sie auf Ihrem Dorfe nicht;" und auchdamit war ich wieder zufrieden; aber was dem Einen recht ist, ist demAndern billig, ich muß auch zurücktreten dürfen, znmalen ich mich denJahren nähere, wo mir das Schreiben leicht zur Last fallen möchte,und Sie wissen, das Honorar brachte mich nie zum Schreiben. „Nein,das ist was anderes beim Buchhändler; macht das Werk Glück, soMüssen Sie fortmachen." Noch nahm ich mich zusammen, um ihnganz zu hören: aber wann wollen Sie anfangen? ich bin alt. —„Ja, Krieg! Krieg! ich kann nichts bestimmen, es ist alte Freund-schaft, daß ich mich hergebe;" der Mäkler äußerte sogar, er wage viel,mein einsames Leben wäre wohl nicht geeignet für den Gegenstand,und doch wußte er, daß das Werk schon viele Jahre mein Stecken-pferd oder zum Opus postünmum' bestimmt gewesen sei, und ich fasti Ein Werk, das erst nach dem Tode des Verfassers erscheint.