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nichts verstehen, ganz stille Verhalten, aufmerksam zuhören, dann auf-stehen und hinausgehend mit wichtiger Miene die Worte hinterlassen:„Hierüber ließe sich, meine Herren, viel sagen." Graf Lynar erzähltvon einem schwedischen Reichsrath, daß er seine Vota immer nach denMajors richtete, und sodann dagegen stimmte. „Ist die Sache gut,Pflegte er zu sagen, so geht sie ohne mich, ist sie nicht gut, so habeich keine Verantwortung." Noch feiner sind die, die sich sehr gelehrtüber Dinge verbreiten unter Leuten, von denen sie wissen, daß sie indiesen Dingen nicht zu Hause sind, oder das Gespräch auf Materienzu leiten wissen, worüber sie gerade gelesen hatten, ehe sie aus undin die Gesellschaft gingen. Solche Politiker findet man häufig inkleinen Städtchen, die von den Bürgern als große Gelehrte undGeister bewundert werden. Eine Hanpttugend der Pinselritter ist ihrePünktlichkeit, wenn sie nur nicht so weit geht, wie bei jenem altenOffizier, den die Fürstin fragte: „sind Sie nicht diesen Vormittagauf einem Schimmel hier vorüber geritten?" — „Ja, Eure Durch-laucht." Zu Hause fiel ihm bei, daß es ein Rappe war, und erschrieb gleich den andern Morgen an die Hofdame, um den Irrthumzu berichtigen und um Verzeihung zu bitten.
Die höheren Mitglieder des Ordens zeichnen sich auch durch einegewisse kalte Vorsicht und Würde aus, die sie wenigstens zum Reprä-sentireu geschickt macht. Die Kunst zu imponiren hat in der Weltihren Werth, so gut als die Kunst, etwas Schönes bei jeder Veran-lassung dem Andern zu sagen, und die Witz- und Spottgsister, dieselbst im Pinselorden nicht fehlen, wissen den geraden Verstand, derdie Welt nur wenig kennt, so ins Bockshorn zu jagen, daß sie derNachtwächter um ihr Bockshorn beneiden dürfte, wenigstens der Vir-tuose, den ich auf meinem Dorfe nur zu oft hören muß, und dem esan Athem fehlen mag, daher ich ihn sogar entschuldige, wenn er auchzu spät ins Horn stößt. Nur in unbewachten Stunden geht es solchenwie dem General, der in der Abendgesellschaft gar viel über Geschästs-uud Schreibereiendruck zu klagen hatte. „Aber der Herr Generalhaben ja mehrere Leute; sollte denn nicht einer darunter gut schreiben?"entgegnete man, und der Wirth, dem man wegen seiner sonstigenTugenden nichts übel nahm, wenn er auch sein böses Maul zu weitöffnete, rief: „Beim Blitz, aber wer soll diktiren?" Der alte Generallächelte ihm zu: „Ja, das ist eben der Teufel!"
Oft können auch Nichtpinsel in Lagen gerathen, wo man nichterrathen kann, ob sie Ordensmitglieder sind, wie mein lieber Oheim,