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XVIII.

Das Niedrigkomische.

Von dem Pinselorden znm Niedrigkomischen ist gewiß der Neber-gang recht natürlich. Das Niedrigkomische entlehnt seinen Stoff ausdem niedrigen Leben, hat in Begleichung mit dem hohen, besser edlenKomischen, gröbere Bestandtheile, und zu seinem Gegenstände gröbereUngereimtheiten und Fehler, wie sie sogar sein müssen, wenn ein gröbe-rer Sinn sie auffassen soll. Sein Gebiet ist daher ausgedehnter, dieContraste stärker, und daher auch unter gehörigen Umständen dessenWirkung stärker; wo das edle Komische höchstens lächeln macht, machtdas Niedrigkomische lachen, und unterstützt von Ton, Geberden undder Figur, auch wohl schallendes Gelächter.

Der große Haufe, dessen gröberer Sinn auch gröbere Schüsselnund Portionen verlangt, der zu stumpf ist, das Wesentliche vom Zu-fälligen in seinen Ideen zu trennen, aber eben deßwegen die fremd-artigsten Dinge wieder zu verbinden vermag, ist auf das Niedrigko-mische fast allein beschränkt, während der Gebildete nur dann und wannder Zwerchsellserschütterung ein Stündchen widmet. Die Betrunken-heit eines Gebildeten wird das Mißfallen eines Gebildeten erregen,aber er lacht wohl auch über einen besoffenen Soldaten, Matrosenoder Postknecht; so belustigen auch Spässe, die im Munde einesMannes von Erziehung widrig sein würden, im Munde des Pöbelsoder Kastraten. Wer zu Wien gelebt hat, wird dies so richtig finden,als daß 2 x 2 — 4.

Das Niedrigkomische hat seine Grade, und es ist schwer, geradeden Punkt zu treffen, wo wahrer Witz aufhört und Bouffoiinerie be-ginnt. Das Uebertriebene in Vorstellung und Charakteren, die wirdaher auch Karikaturen nennen, bildet den ersten Grad. Das ältesteBeispiel möchte Homers Thersites sein, oder die Freier der Penelope;aber wenn Plautus Nlles ^ zuerst die rechte und dann die linke Hand

1 Das Komische in edlem StilErregt uns meist des Gähnens diel.

> Der Soldat.