56
ein geistreicher Prediger redete einen regierenden Grafen, Komthurdes deutschen Ordens, im Beichtstühle an: „Hochgeborener, Hochwür-diger Sünder!" Ach Gott ja, wenn Sc. Erlaucht nur nicht dazu ge-lacht hätten! Steele schrieb einst an seine Stubenthüre: „Ich kommeerst nach Mitternacht nach Hause, sollte es zu dunkel sein, dies zulesen, so hat der Nachbar immer Licht," und Kant, dem eine Wittwegar viel von ihrem Seligen vorzuwimmern hatte, fragte in der Zer-streuung : „Hatten Sie nur Einen?"
Ist hier der zerstreute Gelehrte besser als der Schiffsjunge, dender Kapitän hinab in den Raum nach Rum schickte, und der zuvorbittet: „Aber segeln Sie indessen ja nicht weiter." Der Klosterbiblio-thckar, der eine hebräische Bibel in den Katalogen einträgt: „Itemein Buch mit dem Anfang am Ende," oder der Schulmeister, der dasSalz definirt: Gewürz, das die Speisen verdirbt, wenn es nicht hin-zugethan wird," und die beiden Damen, die da sprachen: „es ist dochwahrlich heute sv häßliches Wetter, wie auf einem Dorfe. Nun ja,aber häßliches Wetter ist doch immer besser, als gar kein Wetter!"
Königshoven, der bekannte Elsaßer Chroniker, erklärte die größerePlauderhaftigkeit des Weibes dadurch, daß dieses aus klapperndenBeinen, der Mann aber aus Erde geschaffen sei, und jener Edelmannschrieb seinem kranken Advokaten, der wichtige Originale in Hände«hatte: „Euer Hvchedeln gefährliches Kranksein betrübt mich; ich bitteum Uebersendung der bewußten Papiere; sollten Euer Hvchedeln be-reits todt sein, so bitte die Frau zu veranlassen, die Papiere einzu-packen. Gute Besserung!" In demselben Geiste schrieb ein Schul-meister an seinen Sohn: „Lieber Sohn, wenn du dich wohl befindest,so befinden wir uns auch wohl; ich schicke dir hier meinen alten Rockzum Gruß, laß dir einen neuen daraus machen. Deine Mutter legthier, ohne mein Wissen, fünf Gulden bei; wende das Geld gut an,wo nicht, so bist du ein rechter Schlingel, und ich dein Vater rc."Jener Baumeister schwur: „Dieses Haus muß so lange stehen, als dieWelt, und noch länger," und Schmul: „mein Levantin, Madame, mußewig dauern, und hernach noch immer zu einem Unterröckchen taugen!"
Manchmal mischt sich in solche komische Verwirrungen selbst eingewisser Humor, und sie lassen dann herrlich; „was hat die Nachweltfür mich gethan, daß ich so viel für die Nachwelt thun soll?" riefjener Reiche, dem man eine Stiftung zumuthete, und ein Schulmeistererklärte seiner Wirthshausgesellschaft: »Opera xostbuma find Werke,die Jemand noch nach seinem Tode schreibt," und ein Miethkutscher,