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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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Kalenbcrg, gerie seines schlechten Weines los, ließ aussprengen, daßer voiu Kirchthirni aus über die Donau fliegen werde; eine MengeVolks versammelte sich, er stand auf dem Thurme in Pfauenfedern,ließ die Menge wacker zechen, und endlich rief er: „Habt ihr schonJemand fliegen sehen?" — „O nein! nein!" — „Nun, so sollt ihrmich auch nicht fliegen sehen," und dann ertheilte er den Segen. SeineBauern wollten keine neue Prozcssionsfahne stiften: was that er? erhing seine Beinkleider an die Stange und zog damit zur Prozession.So machte es in seiner Art auch Peter Len, dem der Bischof befohlenhatte, seine junge Köchin abzuschaffen und eine von vierzig Jahren zuhalten; er hielt sich nun deren zwei von zwanzig Jahren, was ja auchvierzig macht, in Iraackom lo^is. 1

Den so ernste» Kaiser Ferdinand II- begleitete dennoch auf denReichstag 1622 sein Narr Jodet, und der Kammerzwerg Stoffel.Matthias hatte seinen Narren Nelke auf dem Reichstage 1614; dertrug sein Büchlein unter dem Arm, sagend: „Er habe die Reichstags-akte hinciugeschriebcn," und da der Kaiser voll Ncugierde das Büch-lein aufschlug und nichts als leere Blätter fand, so lachte Nelle: „Ihrhabt ja auch nichts gethan!" Selbst der ernste Leopold I- hatte nochdrei Narren, die einen Hofmeister hatten, und sie hießen Kammer-lappen. Der Zwerg des Erzherzogs Ferdinand, dessen Bild man nochzn Ambras neben dem Riesen Aymvn zeigt, bat sich einst von seinemHerrn aus, daß er bei der Tafel doch seinen Handschuh möchte fallenlassen, und dann dem Ayuion befehlen, solchen aufzuheben, verstecktesich unter dem Stuhl, und gab dem Riesen eine weithin schallendeMaulschelle zum unauslöschlichen Gelächter der irdischen Götter. KaiserKarl VI. hatte noch einen Narren, und Herzog Ulrich von Braun-schweig ermangelte nicht, der Gemahlin des Kaisers am Schlüsse einesBriefes zu schreiben: „Sie erlauben mir noch, mich in meiner liebenMuhme Gebet einzuschließen, und dem treuen Hansel, dem ZwergEw. Majestät, Baron Klein genannt, meinen Gruß zu übermachen."

In der Mark Brandenburg waren zu ihrer Zeit Gundling undFaßmann, Morgenstern und von Pöllnitz gar berühmte Namen, umnicht Narren zu sagen; aber auch gemeine Narren ließ der König auf-suchen, und jeder war willkommen, von dem die Rede ging, daß erhauseliren könne. Gundling war ein Gelehrter, der viel für die Ge-schichte arbeitete, aber ohne Geist; er war Vorleser des Königs, undsaick endlich durch Hochmuth, Schwelgcrei und Neckereien des Hoses> Zur Umgehung !es Gesetzes.