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die Salonios, die mit ihren Marculsen scherzten, mußten sich schonein: „Gehe, ich mag dich nicht mehr!" gefallen lassen, oder gar, daßsie die Hosen abzogen und ihnen den Hintern zeigten. Sie schwurenlachend: „Kerl, ich lasse dich an dem nächsten Baum aufknüpfen!"wenn aber der Narr bat, sich selbst den Baum aussuchen zu dürsen,und natürlich keinen recht behaglich fand, so lachten sie wieder undsprachen: „ich wollt' oder wollte nicht, so muß ich dich doch füttern,damit du mich fürbaß nimmer erzürnest!" Die guten, alten Zeiten!Wo seid ihr hin, ihr Zeiten der alten Einfachheit, Redlichkeit undgutmüthiger Theilnahme am Nebeumenschen? *
Mit dem Jahrhundert Ludwigs XIV- fiel der Geschmack an eigent-lichen Hofnarren, und was erhielten wir dafür? falschen Glanz, derganze Länder unglücklich machte, die Sitten liederlich, und Aufrichtig-keit und Redlichkeit flüchtend nach dein Himmel. An die Stelle derMänner mit geschorenen Köpfen, Narrenkappen oder Gugulen (Cneu-lus) mit Eselsohren — um die Narren von den Gelehrten zu unter-scheiden, die auch Gugulen trugen — begleitet von einem Hasenfußeoder Fuchsschwänze, mit einem Hahnenkamm von Scharlach (daherCoxcomb), Schellen, großen Halskragcn, bunten Farbe», und der Nar-renkolbe (Marotte), oder dem Narrenscepter zur Neckerei und zur Selbst-vertheidigung — an die Stelle dieser Männer, der einzigen, die denHöfen noch Wahrheiten zeigten, traten nun die Männerchen in hoch-srisirten Haaren, Chapcau-bas und Haarbeuteln mit Parisien, gestick-tem Kleide und Orden, in seidenen Strümpfen und Saffianschuhenmit rothen Absätzen und voll Wohlgerüche, und stets lächelnder Miene;meist Franzosen, die über diese deutschen Höfe lachten, wo sonst dieHöfe nur über Narren gelacht hatten. Sie, und dann Theater, Con-cert, Redonte, Maitressen und Soldaten vertrieben jetzt die Grillenund Langweile der Großen, denen das Wohl des Staates eine viel zuernste Sache gewesen wäre.
Die alten Hofnarren zogen sich jetzt immer weiter nach dem Nor-den, wie einst das Elennthier, und in Deutschland hielten sie sich nurnoch an kleinen geistlichen Höfen, wo ich noch selbst einige plumpe,geistlose Tiroler zu bewundern das Vergnügen hatte. Auch Perrückeu-macher glänzten hie und da in diesem Fache, wie z. B. Santerre zu
* Sieben Narren auf einmal, oder Kycws, Gouclla, Barlacchia, Brusquet, Mor-genstern, Junker Peter und Fröhlich? ^cben und Schwär te von Wilhelmi. Braun-schweig 1808, 8. Taublnmm 1797. 8. In diesem neuen Gewände daben die Schwankewenige-.' Reiz, als in ihrer alten vernaeula UnZua, und Manches ist weggeblieben, waszwar unfein, aber doch komisch war, z. B. die berühmte Lauferprsbe Kyaus, die schoninleressirl als Muster von Geistesgegenwart