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nachteilig und schädlich, wenn man dasselbe darin stören und den Wegversperren, d. h. zu verschlagenen Winden machen will. Seht diefeinste Gesellschaft, ob sich nicht allcrwärts die Lachmuskeln wenigstensin verstohlene Bewegung setzen, wenn er sich in Gesellschaft mit Ge-räusch emanzipirt; daher jener Dichter sein Geräusche mit Hin- undHerrücken des Sessels zu übertäuben suchte in äußerster Unruhe.„Rücken Sie so viel Sie wollen," sagte ihm eine Dame, „Sie wer-den den rechten Ton doch schwerlich finden." Die Plattdeutschen rufendaher einem solchen ungestümen Lustverdicker und Luftverfälscher zu:„Hold achter fast!"
„Der Löwe, muthig unter den Thieren, ein König, wider densich Niemand darf legen, und ein Wind von guten Lenden* kehrennicht um vor Jemand," spricht Salomo. Die Juden und Moslemhalten sich für unglücklich, wenn die Stimme von Hinten, auch Stimmeder Natur, sie beschleicht während des Gebets, ja Araber halten denfür unehrlich, der sich in Gesellschaft auf diese unlautere Art lautbarmacht, so daß solche Unglückliche sogar ihre Gegend verlassen, worüberman viel Erbauliches in d'Arvieux Memoiren (III, 11.) nachlesenkann. Selbst unter den Negern, die das Niesen Nasenwind nennen,finden wir diesen Abscheu; aber am allerschlimmsten stand die Sachein Indien, und nach dem Menugesetz verliert der arme Sudder, dereinen Brammen anspeit, die Lippen; pißt er ihn gar an, oder läßtseinen Wind gegen ihn fahren, so werden ihm die sündhaften Gliederweggeschnitten.
Wahre Antipoden dieser Orientalen sind also in diesem Punktedie Abendländer, die Cyniker der Alten und die Franzosen und Ita-liener der neuern Welt. Die deutschen Gesandtschaften der vorigenJahrhunderte in Rußland beschwerten steh, daß selbst bei öffentlichenAudienzen, oder an der Tafel der Bojaren die unhöflichen Boten derVerdauung nach unten und oben Thor und Thüre öffneten, und solcheBojaren gab es noch vor dreißig bis vierzig Jahren selbst unter uns,sie thaten es zwar nicht vor Gesandten, aber doch vor ihren treude-votesten Dienern. Anfangs verdroß es mich (1792), wenn mein Bojarsolches vor mir, der aus dem Hause eines französischen Bankiers kam,welcher fünfzig solcher kleinen deutschen Bojaren auslachen konnte,ungenirt that; bald aber lächelte ich bloß. „Warum lachen Sie?"
* Ein grundtextgelehrter Theologe, viel von Winden geplagt, aber nichts weniger alsgefährlicher Windmacher, belehrte uns, daß dieser Wind von guten Lenden eigentlich einenWindhund bedeute, und so hat mein äietum xrobans das Schicksal von so vielen andern,daß es auch nichts beweist.