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[Elfter Band. - Zwölfter Band.]
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erträgt den Gedanken kaum. Je nachdem die Constitution, die Erdemehr oder minder dicht, die Jahreszeit, dauert die Qual länger oderkürzer, eine Viertelstunde scheint das Maximum, aber welche Ewig-keit! Leichenhttuser, oder wenigstens Todtenschau! Wir zahlen beiunserem Eintritt ins Leben, das Kind schreit, die Mutter liebt, derPfarrer tauft, um den Scheintodten unter der Erde kümmert sichNiemand, und gewiß zahlte Jeder den Leicheuthaler lieber für gesetz-liche Todesschau, als für eine Leichenprcdigt.

Der Tod ist eine Speise, die iWN hinunterschlucken muß, ohnezu kauen, je geschwinder desto besser. 8i nous avons bssoin äs sagskomme a nous msttro au monäo, sagt Montague, nous avons bosoinü'un bommo Sago a nous en kairo sortir. *

Alles hängt, wenn das Stündlein schlägt, von der Ansicht ab,die wir uns in gesunden Tagen vom Tode machten, und wenn derSchreiner statt des Schneiders das Maß nehmen muß, so tritt daskaotum inkootum üsri neguit ^ ein, womit sich ja der Vernünftige sooft hieniedcn trösten muß. Die Zeit ist alt, hat nur einen Zahn, deraber so scharf ist, daß sie Alles damit znsammcnsrißt, selbst unsereZähne, mit denen wir zuvor Alles gefressen haben, und ist das zu än-dern ? Wenn wir Zahnschmerzen haben, wenn ein Fuß oder Arm denBrand bekommt, lassen wir Zahn, Fuß oder Arm wegnehmen undsterben freiwillig eines theilweisen Todes, um des Schmerzes los zuwerden; der Tod, der Alles mit wegnimmt, nimmt alle möglichenSchmerzen mit sich fort. — In gewissen Umständen spricht man vonHerzen: „Selig sind die Todten, nicht weil sie Gott schauen, sondernschon darum, weil sie todt sind!" so sagte ich mir mehr als einmal ingewissen Epochen des Lebens. Wir kümmern uns nicht, daß wir nichtda gewesen sind, ehe wir geboren wurden, warum uns kümmern,nicht mehr da zu sein, wenn wir gestorben sind? Im erstem Fallkann mir freilich das Ignoti nullu euxiäo ^ entgegengehalten werden;aber ich frage abermals: „Hast du nicht gelebt, Undankbarer? undwo wäre ein anderes Geschöpf, das so viel lebte, als der Mensch,ohne Verdienst und Würdigkeit?" Dr. Jonas gab einem Bettler einkleines Almosen und sagte: „Wer weiß, wo mir's Gott dereinst wie-der vergilt." — „Dereinst?" sagte Dr. Luther, „hat Euch Gott nichtschon längst voraus bezahlt?" Ich weiß mir, wenn ich so die Welt

r Bedürfen wir einer weifen Frau (Hebamme), um uns in die Welt zu setzen, sobedürfen wir eines weifen Mannes, um uns hinaus zu befördern. — 2 Geschehenes läßtsich nicht ungeschehen machen. — s Nach dem Unbekannten hat man kein Verlangen.