und Jndustrialismus des 19. Jahrhunderts in seinen Ursachen und Wir-kungen zeigte und die ganze Kulturwidrigkeit der herrschenden Produktions-sorm nachwies. Das Buch erregte ein gewaltiges Aussehen und diesoziale Frage ward von da ab der Gegenstand eifriger Studien. Baldfanden sich Engels und Karl Marx zusammen und stellten sich die großeAufgabe, die werdende Arbeiterbewegung von der lächerlichen Utopistereiund Zuknnftsstaats-Malerei zu befreien. Sie müssen als die Begründerdes modernen wissenschaftlichen Sozialismus bezeichnet werden.*) KarlMarx' kritischer Geist wandte sich zunächst gegen die Ueberreste des philo-sophischen Idealismus, wobei Engels sein eifriger Mitarbeiter war. Diebeiden Freunde traten dem „Bund der Kommunisten" bei, einer Ver-bindung, die schon länger bestand. Entschiedene Gegner allen Verschwörer-thums, verwandelten sie diese Gesellschaft in einen Verein für sozialistischePropaganda, der allerdings noch geheim bleiben mußte, weil die da-maligen Zustände ein öffentliches Auftreten nicht gestatteten. Der Kom-munistenbund war der erste Versuch einer internationalen Arbeiterver-bindung; er hatte Mitglieder in England, Deutschland, Frankreich, Belgienund der Schweiz. Auch Ungarn und Polen traten ihm bei und eswurden, wo es möglich war, internationale Arbeiterversammlungen ver-anstaltet. Der Einfluß dieser Organisation war in der Arbeiterbewegungdes Jahres 1848 wohl zu verspüren.
Die Mitglieder dieses Bundes nannten sich Kommunisten, um sichvon dem Bourgeois-Sozialismus zu unterscheiden. „Sozialismus,"sagt Engels, „bedeutete 1848 eine Bourgeoisbewegung, Kom-munismus eine Arbeiterbewegung." In der That nannte mandamals alle die kleinbürgerlichen Palliativen gegen die sozialen Mißstände„Sozialismus" und die bürgerlichen Radikalen, die den Arbeitern kaummehr als die platte „Selbsthilfe" L 1a Schulze-Delitzsch zu bieten hatten,nannten sich „Sozial-Demokraten," im Gegensatz zu dem modernen Sinndieser Bezeichnung.
In Deutschland war inzwischen eine bedeutende sozialistische Literaturherangewachsen und namentlich in dem industriell hochentwickelten Rhein-land begann eine Arbeiterbewegung in Fluß zu kommen. Dort warMoses Heß thätig, der zur Klärung der sozialistischen Ideen viel beitrugund in seinem „Gesellschaftsspiegel" dem Kapitalismus sein abschreckendes
*) Ferdinand Lassalle, der sich selbst als „Schüler" von Marx bezeichnete,stand durchaus auf dem Boden der Marx'schen Anschauungen. Seine späterenspeziellen Anhänger blieben bei den Produktivgenossenschaften mit Staatshülfestehen, wozu die sonderbare Taktik Lassalle's in der letzten Periode seiner Agitationnicht wenig beitrug.