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Die Deutsche Revolution : Geschichte der Deutschen Bewegung von 1848 und 1849 / von Wilhelm Blos ; illustrirt von Otto E. Lau
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Eisenstuck von Chemnitz sagte, wenn die vollziehende Gewalt andersals durch die Nationalversammlung gewählt werde, so sei das Kontre-revolution. Er griff den preußischen Zollverein, die indirekten Steuernund Zölle an. Man habe gesagt, dies System solle bis 1850 bestehen;bis dahin könne ein Volk bei der freiesten Verfassung halb verhungern.Man will das System beibehalten, das bisher darauf berechnet gewesen,die ersten Lebensmittel am höchsten zu besteuern und dreißig MillionenThaler jährlich an Arbeitslöhnen nach England zu zahlen,während deutsche Weber hungern."

Schober aus Stuttgart, der selbst in der Frage der Zentralgewaltschwankend war, ermähnte die Rechte und die Linke, auch schwankend zuwerden und gegenseitig nachzugeben; er schlug einen unverantwortlichenPräsidenten vor. Ihm folgte der ehemalige bayerische KultusministerBeisler, der in großväterlichem Ton die Linke anredete:Lassen Sie abvon der Agitation, sie ist unnöthig, es ist keine Reaktion mehrmöglich!" Und dann empfahl dieser pfiffige Greis ein Direktoriumaus drei fürstlichen Personen.

Die Rechte spottete immer über die Befürchtungen vor Reaktion underklärte eine solche für unmöglich. Vincke sagte sogar einmal, er werdebeantragen, daß Jeder, der das WortReaktion" ausspreche, einenSechser für die deutsche Flotte zu zahlen habe. Die schwachen Seelendes Zentrums ließen sich in der That mit diesen Betheuerungen beschwatzenund der Vertrauensdusel stieg bei Manchem noch, statt zu sinken.

Clausseu aus Kiel suchte die Versammlung von der Furcht vor derRepublik zu bekehren, indem er dieRepublik" Schleswig-Holstein alsMusterbild anführte. Diese kleine Taschenspielerei ging glücklich durch,obschon man doch wissen mußte, daß die schleswig-holsteinische Bewegungeine konstitutionell-monarchistische war. Im Uebrigen trat auch Claussengegen die Unverantwortlichkeit der Zentralgewalt ein.

Herr von Lassaulx aus München, der bekannte ultramontane Professorund Alterthumsforscher, sprach von der Republik als einer verlorenenJugendliebe und meinte, die Versammlung sei souverän in der Berathungder Verfassung.Wir sind aber nicht souverän in Regierungssachen,außer im Fall der höchsten Noth, die kein Gebot kennt."

Diese konfuse Auffassung fand nicht die gebührende Widerlegung;von Dieskau, der Gerichtsdirektor aus Plauen, sprach der National-versammlung das Recht zu, die Zentralgewalt selbst zu schaffen. Wyden-brugk, der kleine Staatsmann von Weimar, bezeichnete das neue von derVersammlung zu schaffende Recht als den einzigen Rechtsboden. Dabeischlängelte er sich glatt zwischen der Rechten und Linken hindurch.